Henstedt-Ulzburg : Schlag gegen „falsche Polizisten“: Zwei 20-Jährige festgenommen

Mit diesem Plakat warnt die Polizei vor „falschen Polizisten“.
Mit diesem Plakat warnt die Polizei vor „falschen Polizisten“.

Sie wollten eine 82-Jährige um 40.000 Euro bringen – doch eine aufmerksame Bankangestellte verhinderte Schlimmeres.

shz.de von
19. Juni 2018, 15:47 Uhr

Henstedt-Ulzburg | Fahndungserfolg für die Polizei in Henstedt-Ulzburg und Norderstedt: Am Freitag haben falsche Polizisten versucht, eine 82-Jährige aus Henstedt-Ulzburg um ihr Erspartes zu bringen – knapp 40.000 Euro.

Wie die Polizei berichtet, erhielt die Seniorin am Donnerstagabend und Freitag mehrere Anrufe der vermeintlichen Polizeibeamten. Der Mann, der sich am Telefon als „Herr Schwarz“ von der Polizei Henstedt-Ulzburg ausgab, teilte der Frau mit, man habe eine Einbrecherbande aus Osteuropa festgenommen. Auf einer angeblichen Liste möglicher Einbruchsopfer sei der Name der 82-Jährigen zu finden. Zudem seien die Kontodaten der alten Dame ausgespäht worden, ihr Geld sei auf der Bank nicht mehr sicher. Der Betrüger forderte die Frau auf, ihr Erspartes sowie sämtliche Wertgegenstände an die „Polizei“ zu übergeben, die dieses bei ihr abholen werde.

Die 82-Jährige hob daraufhin bei mehreren Banken hohe Summen Bargeld ab, bis eine Mitarbeiterin der Haspa misstrauisch wurde und der Seniorin ihren Verdacht mitteilte. Die herbeigerufene Polizei Norderstedt stimmte mit den Kollegen aus Henstedt-Ulzburg und den Diensthundeführern der Polizeidirektion Bad Segeberg das weitere Vorgehen ab.

Währenddessen erhielt die Seniorin weitere Kontrollanrufe, in denen der vermeintliche „Herr Schwarz“ weitere Anweisungen erteilte. Schließlich brachte er einen Kollegen ins Spiel, der das Bargeld und die Wertsachen abholen würde. Während des gesamten Einsatzes wurde die Frau durch echte Polizeibeamte betreut.

Bei der geplanten Übergabe schlugen die Polizeibeamten dann zu und nahmen einen 20-Jährigen fest, der als Polizeibeamter die Beute bei der Seniorin abholen wollte. In unmittelbarer Nähe verhafteten die Beamten einen weiteren 20-Jährigen, der in einem Auto auf den Boten wartete. Die Festgenommenen stammen aus Hamburg, sie erwartet jetzt ein Strafverfahren wegen banden- und gewerbsmäßigen Betrugs.

Erst vor einer Woche kam es in Hamburg und Kiel wieder vermehrt zu Anrufen vermeintlicher Polizisten. Die Polizei weist darauf hin, dass echte Beamte niemals Bargeld oder Wertgegenstände in Verwahrung nehmen würden.

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