Schenefeld : Zwischen Orient-Tanz und Trauma

Bettina Abel (l.), Martin Musiol und Marion Heckmann präsentieren ihre Werke in der Ausstellung „Menschen im Bild“.
Bettina Abel (l.), Martin Musiol und Marion Heckmann präsentieren ihre Werke in der Ausstellung „Menschen im Bild“.

Ateliergalerie im „Stadtzentrum“: Marion Heckmann, Bettina Abel und Martin Musiol zeigen fesselnde „Menschen im Bild“.

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11. Mai 2015, 16:03 Uhr

Schenefeld | Orientalische Tempeltänzerinnen, suizidal gefährdete Jugendliche und weitere Personen-Bilder finden sich in der Ausstellung „Menschen im Bild“ der Ateliergelerie im Schenefelder „Stadtzentrum“. Künstlerin Marion Heckmann hat gestern die aktuelle Ausstellung anstelle des erkrankten Galeristen Gerd Uhlig eröffnet. Die Künstlerinnen Heckmann und Bettina Abel arbeiten seit vergangenem Herbst gemeinsam in den Galerieräumen im Stadtzentrum. „Wir inspirieren uns gegenseitig“, freute sich Abel. Ihr „Quotenmann“ Martin Musiol sei im Frühjahr dazugekommen. „Zusammen sind wir ein richtig gutes Team“, bilanzierte Abel.

Heckmann, Abel und Musiol zeigen ihre Bilder in der im „Stadtzentrum“ gelegenen Ateliergalerie sowie in den benachbarten Räumlichkeiten. Einen faszinierenden Blick auf Menschen wirft der derzeit auch in der Pinneberger Sommergalerie vertretene Martin Musiol: Zahlreiche Arbeiten des Künstlers beschäftigen sich mit der Psyche junger Menschen. Ein Werk besteht aus 18 auf der Akutstation portraitierten Jugendlichen. „Die Schüler haben das Original mitgenommen und fühlten sich sehr wertgeschätzt“, so der früher in der Jugendpsychiatrie tätige Lehrer. Die Gründe für ihren Aufenthalt waren vielseitig und reichten von Magersucht über Selbstverletzung bis hin zu Suizidversuchen.

Marion Heckmanns Medium ist die Acrylmalerei. „Meine Bilder entstehen spontan und da ist Acryl anstelle von Öl geeignet“, so Heckmann. Dreh- und Angelpunkt ist – wie bei den anderen beiden Künstlern – der Mensch. Häufig umgibt die von ihr portraitierten Bilder eine geheimnisvolle Aura. So verhindert beispielsweise ein Netz von Fäden, das Gesicht der gemalten Frauenfigur vollends zu ergründen. Tempeltänzerinnen sind genauso zu bewundern wie mit venezianischen Masken verkleidete Menschen.

Die Portraitbilder von Bettina Abel präsentieren sich mal in hellerem, mal in einem etwas dunkleren Licht. Beim Kreieren ihrer Werke studiert sie den jeweiligen Ausdruck im Detail, die im Bild gewählten Farben sind häufig mit ihren Stimmungen verknüpft. „Meine Bilder haben viel mit mir zu tun“, sagt die Künstlerin. Zahlreiche von Abels Acryl- und Pastellbilder sind Auftragsarbeiten und beispielsweise nach Tier- und Menschenfotos entstanden. Abel absolvierte ein Studium als Graphikdesignerin. Nach ihrem Studium illustrierte sie 25 Jahre lang Kinderbücher. Nebenbei fing sie an, sich mit freier Kunst zu beschäftigen. Die Ausstellung ist noch bis zum 27. Juni zu sehen. Öffnungszeiten sind dienstags und sonnabends von 11    bis 16 Uhr und donnerstags und freitags von 11 bis 19 Uhr.

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