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Schenefeld : Zweite Massenunterkunft ist vom Tisch

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Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Der Containerkomplex am Osterbrooksweg wird aus Sicherheitsgründen eingezäunt. Ein Wachdienst ist rund um die Uhr vor Ort.

shz.de von
erstellt am 10.Feb.2016 | 13:00 Uhr

Schenefeld | „Ich habe ein wenig Angst.“ Der Anwohner des Lerchenwegs meldete sich im Hauptausschuss zu Wort. In unmittelbarer Nähe seines Zuhauses entsteht in den kommenden Wochen Schenefelds zentrale Flüchtlingsunterkunft. In dem zweistöckigen Containergebäude auf dem Spar-Parkplatz am Osterbrooksweg werden nach den jetzigen Planungen bis zu 264 Männer untergebracht. Laut Schenefelds Bürgermeisterin Christiane Küchenhof wird auf dem Areal ein Wachdienst eingerichtet – und zwar sieben Tage die Woche, rund um die Uhr. Zudem sei geplant, den Komplex einzuzäunen.

„Das ist für große Unterkünfte ganz normal“, betonte Bürochef Melf Kayser. Es werde einen zentralen Zugang geben, an dem Personenkontrollen stattfinden. „Es geht nicht darum, die Flüchtlinge einzusperren, sondern um den Schutz des Komplexes und der Bewohner“, betont Kayser. Die Stadt möchte wissen, wer sich auf dem Gelände aufhält. Der Zaun wird laut Kayser so hoch sein, dass er nicht so einfach zu überwinden sein wird.

Sicherheit – einer der ganz wichtigen Aspekte in der aktuellen Flüchtlingsdiskussion. Ein Anwohner aus der Klaus-Groth-Straße beklagt, dass am Wochenende die Schenefelder Polizeistation gar nicht besetzt sei. „Die Polizeipräsenz am Wochenende ist ein Thema. Da wird auch etwas passieren müssen“, betonte Andreas Wilken (OfS) im Hauptausschuss. Doch der Stadt sind in diesem Punkt die Hände gebunden, denn Polizei ist Ländersache.

Unterdessen geht die Suche nach weiteren Standorten für Flüchtlingsunterkünfte weiter. Eine zweite zentrale Unterkunft am Hasselbinnen scheint vom Tisch zu sein. Weder die Politik noch die Verwaltung wollen diesen Plan, der im vergangenen Jahr entstanden ist, zurzeit weiter verfolgen. Zwei große Flüchtlingskomplexe dicht an dicht – das will niemand.

Die kleineren Standorte am Wiesengrund und auf dem Sportgelände an der Blankeneser Chaussee stehen jedoch weiter zur Diskussion. Die Grundstücke befinden sich im Besitz der Stadt. An beiden Standorten könnten laut Küchenhof zügig Unterkünfte realisiert werden.

Weg von der Containerlösung

Die Stadt setzt verstärkt auf Nachhaltigkeit, will weg von der Containerlösung. Laut Bürochef Kayser könnten kleine Einheiten gebaut werden, die später als zusätzlicher Wohnraum in der Stadt zur Verfügung stehen. Die Bürgermeisterin brachte einen weiteren Standort ins Spiel: die beiden Parkplätze am Osterbrooksweg beziehungsweise am Timmermannsweg. „Das wären aber auch nur Notunterkünfte“, erklärte die Verwaltungschefin.

Wie viele Flüchtlinge die Stadt in diesem Jahr unterbringen muss, ist völlig unklar. „In Moment haben wir ein bisschen Luft“, sagte Küchenhof. Bisher hat die Stadt Wohnraum für 250 Menschen vor allem aus Syrien, dem Iran und Irak, Afghanistan und Eritrea zur Verfügung gestellt. Zudem seien 70 bis 100 Flüchtlinge bei Freunden und Bekannten im Stadtgebiet untergekommen. Der Anteil der Männer ist dabei deutlich rückläufig. Er beträgt zurzeit 41,3 Prozent. Der Anteil der alleinstehenden Frauen liegt bei 6,3 Prozent. Inzwischen haben auch 20 unbegleitete Kinder ein neues Zuhause in Schenefeld bekommen. Ihre Unterbringung liegt aber in der Verantwortung des Kreises Pinneberg.

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