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Schenefelder Tageblatt

18. August 2017 | 04:04 Uhr

Zuschüsse auf der Strecke geblieben

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Personalmangel Kreisverwaltung in Elmshorn hat jahrelang Gelder nicht an Städte weitergereicht / Auch Schenefeld ist betroffen

22,9 Millionen Euro Bundes- und Landeszuschüsse für die Finanzierung von Kita-Personal, die nicht an die Kommunen weitergereicht wurden, sondern beim Kreis in Elmshorn liegen geblieben sind. Und dort immer noch liegen. Seit 2014.

Gelder, die auch im Haushalt der Stadt Schenefeld fehlen. „Natürlich betrifft es uns auch“, bestätigte Christiane Küchenhof (SPD) gestern auf Anfrage unserer Zeitung. Allerdings wollte die Verwaltungschefin der Düpenaustadt keine genauen Zahlen nennen. „Die Kreisverwaltung in Elmshorn rechnet noch auf Hochtouren, wie genau die Summe ausfällt.“

Aus dem fehlenden Zuschüssen sind Haushaltslücken für die Stadt Schenefeld entstanden, wie Küchenhof informierte. „Wir haben hier allerdings das große Glück, nicht in einer finanzschwachen Lage zu sein – aber das macht die ganze Angelegenheit nicht weniger schlimm“, sagte Küchenhof.

Herausgekommen ist das Dilemma bei einem Treffen des schleswig-holsteinischen Gemeindetags in Kiel. Ein Amtsleiter aus dem Kreis sei währenddessen auf die nicht verteilten Gelder aufmerksam gemacht worden (wir berichteten exklusiv).

Das Problem an der Situation ist, dass die Träger der Kitas ihre Zuschüsse für das Personal nicht bekommen haben, die benötigt werden, erläutert sie. „Hier in Schenefeld gibt es allerdings eine Sonderstellung: Wir haben keine städtischen Kitas. Hier wird alles über Träger geregelt. Sie beantragen die Finanzmittel, die Stadt zahlt“, so Küchenhof. Ob es dadurch allerdings zu Unterschieden bei der Mittelbereitstellung komme, wisse sie nicht.

Schenefelds Verwaltungschefin hoffe jetzt auf eine baldige Abwicklung der Problemstellung. „Es ist bedauerlich“, sagte sie. „Leider kann man die Verteilung nicht ad hoc lösen.“

Für sie sei die Summe von 22,9 Millionen, die laut unserem Bericht vom Elmshorner Stadtrat Dirk Moritz in den Raum gestellt wurde, plausibel. „Für 2014 und den Rest von 2013 kommen die 13 Millionen Euro hin – und sieben Millionen Euro für 2015 klingen auch logisch. Dann kommt ja noch 2016 hinzu“, sagte Küchenhof.

Indes blieb der zweistellige Millionenbetrag seitens der Kreisverwaltung durch Pressesprecher Oliver Carstens unbestätigt. Fakt ist aber, dass durch Personalmangel in der Verwaltung die Weitergabe des Geldes ausblieb. „Wir sind aber mit Nachdruck dabei, diese unbefriedigende Situation zu verbessern“, versicherte Carstens am Dienstag im Gespräch mit unserer Zeitung.

Damit die Abwicklung der ausstehenden Zahlungen künftig geregelt werde, habe man sich in einer Verwaltungsleiterrunde auf eine Abschlagszahlung einigen können, sagte Küchenhof auf Nachfrage unserer Zeitung. „Die Höhe wird als Pauschalbetrag berechnet. Die Erhebung erfolgt dann pro Platz und pro Stunde“, erläuterte sie das künftige Modell. Man plane mit einer Umsetzung Ende diesen Jahres, spätestens nächsten Jahres.

Für Schenefeld steht hinter den Summen, die es vom Land und Bund für das Personal geben sollte, eine hohe Dringlichkeit: „Der Bedarf an Erziehern ist bei uns enorm“, sagte Küchenhof. Gerade in pädagogischen Berufen hätten die Arbeitnehmer mittlerweile die freie Auswahl, wo sie hingehen, argumentierte sie. „Schließlich werden sie überall gesucht und gebraucht“, sagte die Bürgermeisterin. „Erzieher sind gefragter denn je.“

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