Theater Schenefeld : „Zum Teufel mit dem Sex“ feiert Premiere im Schenefelder Forum

Janina Lanker (links) und Andrea Krohmer begeben sich auf Beutefang.
Janina Lanker (links) und Andrea Krohmer begeben sich auf Beutefang.

Theater Schenefeld begeistert mit einer neuen Komödie im Forum. Pointierter Witz und fantastische Mimik.

shz.de von
08. Mai 2018, 12:15 Uhr

Schenefeld | Das Theater Schenefeld hat sein neues Stück „Zum Teufel mit dem Sex“ mit viel Liebe zum Detail und Spielfreude am Wochenende erfolgreich auf die Bühne des Forums gebracht. Für Regisseurin Karin Niss war es ein Wiedersehen. Die Gründerin der Laienspielgruppe hatte die Komödie bereits 1989 in Schenefeld präsentiert. Das Publikum fühlte sich auch diesmal hervorragend unterhalten. Mit pointiertem Witz und einer überzeugenden Mimik sorgte das Ensemble für viele Lacher. 

Das Bild mit zweideutigem Gemüse war nur der Anfang des Problems. Am Ende versinken Marcello (Gerrit Meyer-Haack, links), Paolo Fauni (Karsten Schmidt) und Francesca (Chantal Wüst) im totalen Chaos.
Andreas Dirbach
Das Bild mit zweideutigem Gemüse war nur der Anfang des Problems. Am Ende versinken Marcello (Gerrit Meyer-Haack, links), Paolo Fauni (Karsten Schmidt) und Francesca (Chantal Wüst) im totalen Chaos.
 

Die Komödie handelte von einem Pärchen, das unfreiwillig mit Schmuddelheften und pornografischen DVDs mit Titel wie „Wer will nochmal, wer hat noch nicht“ in Verbindung gebracht werden. Das wäre vielleicht auch gar nicht ganz so tragisch – wäre Marcello (Gerrit Meyer-Haack) nicht Filialleiter der „Bank des Heiligen Geistes“. Die Liebenden wohnen in der Dienstwohnung über dem Geldinstitut, wo sich auch die gesamte Handlung zuträgt. Als Francesca (Chantal Wüst) auf der Suche nach einem Nebenverdienst auf den Vertrieb exklusiver schwedischer Glas- und Porzellanwaren kommt, nimmt das Schicksal seinen Lauf. Denn in den Paketen, die kurz später ankommen, ist ein völlig anderer, schlüpfriger Inhalt zu finden. Gemeinsam mit Marcellos Freund Paolo Fauni (Karsten Schmidt) versucht das Paar den Inhalt wieder loszuwerden – was natürlich völlig schiefgeht. Am Ende tauchen sogar noch zwei Prostituierte auf, die versuchen, einen Mönch zu verführen. Das Chaos ist perfekt.

Klassische Komödie

Es war eine klassische Komödie, die das Theater Schenefeld sich vorgenommen hat. Und die war super umgesetzt. Besonders die Mimik von Schmidt als Pechvogel und Sündenbock Paolo Fauni war zum Totlachen. Auch Meyer-Haack bot eine überzeugende Vorstellung als gestresster Filial-Chef, der immer die Kirche als moralische Instanz im Nacken spürt. Charmant stellte Wüst Marcellos Ehefrau Francesca dar, die die ganze Chose überhaupt erst angerichtet hatte. Bis in die kleinen Nebenrollen (zum Beispiel Stefan Thomas Siebert als prüden wie lustigen Bruder Nikolas) war das Stück sehr gut besetzt. Auch das Bühnenbild war liebevoll gestaltet.

Der Spaß an der Sache war der Truppe von Anfang bis Ende anzusehen. Eigentlich hätte die Theater-Truppe ein volles Forum verdient. Es waren aber noch etliche Plätze bei der Premiere frei. Ein Besuch lohnt sich in jedem Fall.

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