zur Navigation springen
Schenefelder Tageblatt

12. Dezember 2017 | 17:00 Uhr

Schenefeld : XFEL-Gästehaus in Warteschleife

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Pläne für Millionenprojekt an der Holzkoppel in Schenefeld stoßen auf Widerstand. Entscheidung soll in 14 Tagen fallen.

shz.de von
erstellt am 14.Feb.2015 | 15:00 Uhr

Schenefeld | Das Milliardenprojekt European XFEL: Die Verantwortlichen brauchen dringend eine Möglichkeit, die Wissenschaftler aus aller Welt unterzubringen und zu versorgen. Der Plan: ein Gästehaus mit Kantine, direkt vor dem Betriebsgelände an der Holzkoppel. Doch was XFEL, der Investor Terrabaltic und die Stadt da eingefädelt haben, stößt auf Widerstand in Reihen der Politik. Eine Entscheidung wurde am Donnerstagabend im Stadtentwicklungsausschuss vertagt. XFEL-Verwaltungsdirektorin Claudia Burger soll zunächst klären, ob das geplante Gästehaus samt Kantine nicht auch auf dem XFEL-Gelände realisiert werden kann. CDU-Fraktionschef Hans-Jürgen Rüpcke brachte die Kritik an dem Projekt auf den Punkt: „Wir verlieren eine Gewerbefläche in Schenefeld, die genutzt werden kann.“ Rüpcke hat auch die Finanzen der Stadt im Blick. „Ein Hotel würde der Stadt Gewerbesteuereinnahmen bringen. Das geplante Gästehaus bringt uns keinen Cent Gewerbesteuer.“

Rüpckes Bedenken teilt auch Grünen-Fraktionschef Mathias Schmitz. Denn Gewerbeflächen sind in Schenefeld rar. Die fragliche Fläche an der Holzkoppel ist 2000 Quadratmeter groß. Zurzeit wird sie als Stellplatzanlage genutzt, gehört zum Racket-Center Schenefeld.

Eine Realisierung des Projektes auf dem XFEL-Gelände sieht nicht nur Burger als kritisch an. Auch Investor Jan Timmermann. Das XFEL-Betriebsgelände sei nur an bis zu 230 Tagen im Jahr geöffnet. Er will sein Gästehaus mit bis zu 50 Wohneinheiten aus wirtschaftlichen Gründen das ganz Jahr über vermieten – eben nicht nur an die XFEL-Wissenschaftler. Burger warb eindringlich dafür, die erarbeiteten Pläne auch umzusetzen. „Wir sind dankbar, dass wir direkt in unserer Nähe Essen und Schlafen anbieten könnten.“ Eine Kantine auf dem XFEL-Gelände war in den Bauplänen 2005 noch enthalten. Sie wurde 2011 aus Budgetgründen – ebenso wie das Besucherzentrum – gestrichen. 2016 ziehen die zirka 250 XFEL-Mitarbeiter auf das Betriebsgelände nach Schenefeld. Ab 2017 werden dann Wissenschaftler aus aller Welt die Forschungsanlage nutzen. „Sie sind dann zwischen sieben und zehn Tagen vor Ort“, betont Burger. Gearbeitet werde in Zwölf-Stunden-Schichten. Die geplante Kantine sei auf 350 Nutzer ausgelegt. Ob sie auch für die Öffentlichkeit zugänglich wird, ist laut Burger noch nicht entschieden worden.

Ein Hotel könnte der Investor auf der Gewerbefläche sofort hochziehen. Doch für das Gästehaus muss der Bebauungsplan geändert werden. In 14 Tagen soll die Entscheidung im Ausschuss fallen. Bei Zustimmung zu den Gästehaus-Plänen werden die Bagger laut Schenefelds Bauamtschef Günther Leimert dann aber frühestens im Jahr 2016 an der Holzkoppel anrollen.

zur Startseite
Karte

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen