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Schenefelder Tageblatt

15. Dezember 2017 | 23:30 Uhr

Wird der Friedhof wieder beerdigt?

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Planungskosten in Höhe von 20 000 Euro aus Etat gestrichen / CDU empört / SPD nachdenklich / Grüne gelassen

shz.de von
erstellt am 17.Dez.2013 | 16:00 Uhr

Die einzige Stadt im Kreis Pinneberg ohne eigenen Friedhof: Dieses eher ungeliebte Alleinstellungsmerkmal wollte die Stadt eigentlich loswerden. Doch daraus wird so schnell nichts. In Friedhofsangelegenheiten herrscht 2014 Ruhe. Die 20 000 Euro Planungskosten wurden aus dem Etat gestrichen. Dafür haben SPD, Grüne und BfB im Stadtentwicklungsausschuss gesorgt. Die CDU ist restlos bedient. „Ich bin empört und entsetzt. Das ist ein Schlag ins Gesicht der Bürger“, wetterte der CDU-Abgeordnete Hans-Detlef Engel. Gemeinsam mit seinem Kollegen Holm Becker verwies er auf die Bürgerbefragung im Zuge der Landtagswahl 2012. Die Mehrheit der Befragten hatte für einen Friedhof in Schenefeld gestimmt. Inzwischen war auch ein geeignetes Grundstück am Sandstückenweg gefunden worden. 20 000 Quadratmeter groß, gut 6000 Quadratmeter bereits im Besitz der Stadt. Eine seriöse Kostenschätzung gibt es noch nicht. 2014 sollten Nägel mit Köpfen gemacht werden. Jetzt sieht es so aus, dass der Friedhof schon wieder beerdigt wird. Davon will die SPD nichts wissen. Sie begründete die Streichung der Planungskosten mit der angespannten Haushaltslage. „Es geht nicht gegen den Friedhof“, betonte SPD-Ratfrau Ursula Kriete. 2015 könnte das Geld zur Verfügung gestellt werden. Doch die Grünen sehen keinerlei Verpflichtung, sich an den von den anderen Parteien 2012 gefassten Beschluss, einen Friedhof zu bauen, halten zu müssen. „Die Diskussion darf noch einmal geführt werden“, sagte Fraktionschef Mathias Schmitz. Sein Kollege Herbert van Gerpen fand deutliche Worte, lehnt einen Friedhof aus ökonomischen Gründen ab. Ebenso die BfB in Person von Manfred Pfitzner. „Eine Stadt ohne Friedhof ist für mich unvorstellbar“, sagte Becker. „Wir brauchen endlich konkrete Zahlen.“


Weiteres Kapitel für unendliche Geschichte


Schenefelds Friedhof: Seit Jahrzehnten ringt die Stadt um die letzte Ruhestätte. Die unendliche Geschichte erhält ein weiteres Kapitel. Den Schuldigen haben die Christdemokraten bei den Sozialdemokraten ausgemacht. Engel: „Es fällt auf, dass es immer die SPD war, die die Heimatbeerdigung beerdigt hat. Den Mut für eine klare Position contra Friedhof hat sie indes nie gehabt.“ Wechselnde SPD-Akteure hätten sich stets neuer halbherziger Gegenargumente bedient. Es gebe kein Grundstück; es mangele am Geld; der Friedhof wäre ein Zuschussobjekt; die Schenefelder wollen diesen nicht. „Dass Bürger, wie geschildert, befragt wurden, zukünftig Meinungsäuße-rungen verweigern oder gleich ganz bei Wahlen fehlen werden, kann ich gut verstehen“, sagte Engel.

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