Wieder Ärger um volle Container

Hausmüll liegt verbotenerweise vor dem Papiercontainer.
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Hausmüll liegt verbotenerweise vor dem Papiercontainer.

Bürger Walter Molter bemängelt vermüllte Plätze in Schenefeld /Gab weist auf regelmäßige Leerungen hin

shz.de von
06. Januar 2018, 16:56 Uhr

Das Problem ist nicht neu, erhitzt aber erneut die Gemüter: Rund um Papiercontainer in Schenefeld sammelt sich der Unrat. Außerdem sind einige Container überfüllt. Besonders schlimm sieht es derzeit an der Kreuzung Husbargen/Sülldorfer Weg/Kampweg aus. Walter Molter (Foto) hatte sich bereits im Sommer an unsere Zeitung gewandt. Gebessert hat sich der Zustand laut Molter nicht.

Die aktuelle Vermüllung des Papier-Containerplatzes am Sülldorfer Weg ist ihm an den Feiertagen aufgefallen. Bereits vor Weihnachten seien die Container überfüllt gewesen. Auch in dieser Woche hat sich der Zustand nicht gebessert. „Der Platz entwickelt sich zum Rattenparadies, da nicht nur Papier und Pappe, sondern jede Art von Müll dort wild lagert“, schreibt Molter in einem Brief an die Stadt. „Man kann von Restmüll sprechen. Plastik, Metall, Glasscherben, Flaschen, Textilien, Kunststoffbänder, Behälter aller Art, Styropor, wahrscheinlich auch Essensreste, wie schon mal vorgekommen, lagern dort“, führt er aus. „Das Ganze ist ein optischer Schandfleck und beschämend für das Stadtbild. Auch der Textil-Container ist, wie auch jetzt, regelmäßig überfüllt.“ Sein Vorwurf: Die Stadt kümmere sich nicht. „Fahrzeuge des Bauhofes, die jeden oder fast jeden Tag im Schneckentempo an dem Platz vorbeikommen, handeln nicht, da die Zuständigkeit wohl nicht gegeben ist“, kritisiert er. Molter sei schon häufiger von Bürgern angesprochen worden, die ebenfalls empört sind.

In der Tat liegt die Zuständigkeit der Container nicht bei der Stadt, sondern der Gesellschaft für Abfallwirtschaft und Abfallbehandlung (Gab) des Kreises Pinneberg, erläutert Andrea Pinzek, die neue Leiterin des Ordungsamtes, auf Anfrage unserer Zeitung. Bereits vor Weihnachten habe sie die Gab darauf aufmerksam gemacht. Schon damals habe sie einen „schärferen Ton“ angeschlagen. Geholfen hat dies nicht. Sie verspricht aber: „Wir wollen da verschärft drauf achten.“ Sie wolle das Thema in der Verwaltung diskutieren und weitere Handlungsoptionen ausloten, um sich besser durchzusetzen. Molters Kritik könne sie nachvollziehen. Auch andere Bürger hätten sich bereits beschwert.

Herbert Schultze von der Gab widerspricht dem Vorwurf, dass die Container zu selten geleert werden. Dies erfolge „bedarfsgerecht“ ein- bis zweimal pro Woche. Aufgrund des Feiertages sei die Leerung zeitversetzt erfolgt. Das eigentliche Problem sei ein anderes: Trotz vorhandener Kapazitäten in den Containern würden die Abfälle „aus Bequemlichkeit“ davor abgelegt. „Ursächlich für die Überfüllung sind primär der unregelmäßige Anfall an Wertstoffen sowie die damit verbundene unregelmäßige Nutzung der Behälter“, führt er aus. „Es ist aber nicht möglich, unverzüglich auftretende Verunreinigungen außerhalb des Reinigungsplans zu entfernen.“

Herumliegende Abfälle würden wöchentlich mitgenommen, so Schultze. „Wir kommunizieren das Problem der Verunreinigungen wiederkehrend auf unterschiedlichen Wegen – zum Beispiel über Zeitungsartikel, Abfallfibel, Internet. Offensichtlich fühlen sich die Verursacher dieser Verunreinigungen hiervon nicht angesprochen, anders können wir uns nicht erklären, dass vom Hausmüll bis hin zu Waschmaschinen, Autoteilen und kompletten Schlafzimmern alles vorzufinden ist.“

Die Suche nach den Verursachern sei oftmals ergebnislos, da sich keine Anhaltspunkte auf die entsprechenden Personen finden ließen.

Wer zum Beispiel nach einem Möbelkauf viel Pappe hat, sollte diese dosiert entsorgen, rät Schultze. Es könne nicht garantiert werden, dass es für diese Mehrmengen an jedem Standort zu jeder Zeit ausreichende Entsorgungskapazitäten gibt. Eine Alternative sei das Abfallwirtschaftszentrum in Tornesch.

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