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Schenefelder Tageblatt

23. Oktober 2017 | 16:07 Uhr

Schenefeld : Wieder Ärger um Baumfällungen

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Grüne und Nabu kritisieren Vorgehen der Stadt im Waldgebiet an der Bogenstraße. Bauamtschef spricht von Gefährdungspotenzial.

shz.de von
erstellt am 03.Mär.2015 | 10:00 Uhr

Schenefeld | Diese Fällaktion sorgt für mächtig Ärger. Die Stadt hat Bäume in dem 2,6 Hektar großen Waldgebiet an der Bogenstraße fällen lassen – ohne vorab den Naturschutzbund (Nabu) und die Fraktionsvorsitzenden zu informieren. Eine Vorabinformation hatte die Stadt in solchen Fällen aber zugesagt – und in den vergangenen Monaten auch eingehalten. „Da ist ein Fehler passiert“, räumte Schenefelds Bürgermeisterin Christiane Küchenhof ein.

Doch es geht bei weitem nicht nur um ein Informationsdefizit: Grünen-Fraktionschef Mathias Schmitz hält das Ausmaß der Fällaktion für völlig überzogen. „Das ist ökologische Zerstörung. In Schenefeld schon ein Klassiker“, wettert Schmitz. Vor zwei Jahren hatte es in Schenefeld richtig gekracht. Im Renaturierungsgebiet hinter dem Schulzentrum hatte die Stadt mehr als 400 Bäume fällen lassen.

Der Bogenstraße-Fall lässt die Emotionen jetzt wieder hochkochen. Bei dem Gebiet handele es sich um die letzte verbliebene Naturfläche im obereren Siedlungsgebiet mit letzten Resten des ehemals vorhandenen Moorgebietes, sagt Schmitz. „Das Gebiet ist keine Naherholungsfläche. Es führt kein zugelassener Weg in das Gebiet hinein. Ein solcher Weg wird allerdings durch die Fällaktionen vorbereitet. Damit wird die Fläche, in der auch ein Bussardhorst besteht, für Störungen durch Hundebesitzer geöffnet“, kritisiert Schmitz das Vorgehen der Stadt.

Die rechtfertigt die Aktion mit altbekannten Argumenten: „Es geht um die Verkehrssicherungspflicht“, betonte Bauamtschef Günther Leimert. Vor dem Wald sei eine ausgewiesene Parkfläche, die öffentlich zugänglich sei. Sie werde von Kindern genutzt. Es habe Sturmschäden in diesem Bereich gegeben. Laut Leimert gibt es einen Weg als Pfad, der sich durch den Wald fortsetzt. Der Bauamtschef hatte sich die Fällaktion persönlich angeschaut. Sein Fazit: „Da ist nichts Falsches passiert.“ Nur in den Randbereichen sei gefällt worden. Das sieht Schmitz völlig anders. Bäume hätten auch im Inneren des Waldes weichen müssen. Das ist auch die Einschätzung von Nabu-Mitglied Heinz Grabert. „Da wurde reichlich gefällt“, betont er. Auch er war vor Ort. Küchenhof erklärte, dass die Stadt handeln müsse, weil sie in der Haftung sei, wenn etwas passiert. Doch das reicht Schmitz als Erklärung nicht aus. Er sprach von einem „schwerwiegenden Vertrauensverlust“. Er könne nicht nachvollziehen, warum der Umweltausschuss vorab nicht informiert worden sei. Er unterstellte der Stadt „Dummheit oder gar Vorsatz“. Diesen Vorwurf wies Küchenhof energisch zurück. Baumfällungen in Schenefeld: Auf die Ruhe folgt jetzt der nächste Sturm.

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