Schenefeld : Widerstand gegen Lebenshilfe-Plan

Nach der Insolvenz des Lebenshilfewerks: Die Lebenshilfe-Gärtnerei  an der Blankeneser Chaussee ist seit April geschlossen.
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Nach der Insolvenz des Lebenshilfewerks: Die Lebenshilfe-Gärtnerei an der Blankeneser Chaussee ist seit April geschlossen.

Die Politik sperrt sich gegen die Restaurantpläne an der Blankeneser Chaussee. Die endgültige Entscheidung wurde vertagt.

shz.de von
02. November 2013, 16:04 Uhr

Daumen nach unten: CDU, Grüne, OfS und BfB lehnen den Vorstoß der Lebenshilfe Schenefeld, in dem geschlossenen Gärtnerei-Gebäude an der Blankeneser Chaussee ein italienisches Restaurant anzusiedeln, ab. Die entsprechende Außenbereichssatzung wurde am Donnerstagsabend dann auch nicht geändert.

Der endgültige Todesstoß für das Lebenshilfe-Projekt wurde aber nicht gesetzt. Die Gastronomie-Gegner wollen das Thema noch einmal beraten. Die SPD spricht sich als einzige Partei klar für ein Restaurant in der ehemaligen Gärtnerei aus.

Die Grünen haben starke ökologische Bedenken. „Das ist eines der sensibelsten ökologischen Gebiete in Schenefeld“, betonte Fraktionschef Mathias Schmitz, nämlich die Verbindung zwischen der Osdorfer und der Sülldorfer Feldmark. Die CDU fürchtet, mit der Grundsatzentscheidung pro Gastronomie ein Fass aufzumachen, das sich später nicht mehr schließen lässt. „Der Nachbar der Lebenshilfe hätte das gleiche Recht.“

Problem: Laut gültiger Satzung könnten auf dem 10 000 Quadratmeter großen Areal bis zu zehn Wohneinheiten hochgezogen werden. Nach Informationen unserer Zeitung lag der Lebenshilfe bereits ein konkretes Kaufangebot vor. Sie lehnte ab.

Wohnbebauung: Das will zurzeit weder die Politik noch die Lebenshilfe. Die Vereinsvorsitzende Christine Heins erklärte, dass die Flächen für 20 Jahre an den Investor verpachtet werden sollen. „Wir brauchen die Einnahmen.“ Sie machte erneut deutlich, dass die Lebenshilfe das Areal später selbst nutzen möchte, um behinderten Menschen Wohnraum anbieten zu können. „Das Restaurant dient zur Überbrückung.“

Laut Satzung dürfen auf dem Lebenshilfe-Areal an der Blankeneser Chaussee nur Gewerbebetriebe angesiedelt werden, die mit Produkten und Dienstleistungen zur Garten- und Freizeitgestaltung zu tun haben. Grünen-Ratsherr Herbert van Gerpen äußerte die Vermutung, dass bisher noch gar keine ernsthaften Bemühungen unternommen wurden, um einen Nachfolgebetrieb zu finden.

Heins bezweifelt, dass dies gelingen kann. Sie fürchtet, dass an der Blankeneser Chaussee eine Bauruine entsteht. Sie betonte noch einmal, dass die neu gegründete gemeinnützige Lebenshilfe GmbH das Areal nicht mehr nutzen werde. Heins will bis zur nächsten Sitzung alle offenen Fragen der Politiker beantworten.

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