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Schenefelder Tageblatt

21. Oktober 2017 | 16:45 Uhr

Weniger Lärm durch Tempo 30

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Neue Untersuchung zeigt Lösungsmöglichkeiten für die am stärksten betroffenen Straßen auf / Kreis muss mitspielen

shz.de von
erstellt am 14.Dez.2013 | 16:00 Uhr

Lärm macht krank. Doch der Kampf gegen den Verkehrslärm gestaltet sich in Schenefeld als äußerst schwierig. Keine einzige Maßnahme aus dem Lärmaktionsplan 2008 wurde in den vergangenen fünf Jahren umgesetzt. Entweder waren die Kosten zu hoch oder die Straßenverkehrsbehörde des Kreises untersagte Temporeduzierungen. Jetzt folgt der zweite Versuch – und es soll endlich etwas passieren. Denn im vorgestellten „Lärmaktionsplan der zweiten Stufe“ geht es vor allem um kostengünstige Vorhaben mit einer hohen Realisierungschance.

Untersucht wurden Hauptverkehrsstraßen, die mehr als drei Millionen Fahrzeuge pro Jahr verkraften müssen. Das sind Schenefelds Lärmbrennpunkte: Halstenbeker Chaussee/Hauptstraße (zwischen Waterhorn und Autal), Blankeneser Chaussee Nord (zwischen Hauptstraße und Aneken), Blankeneser Chaussee Süd (zwischen Osterbrooksweg und Stadtgrenze), Osterbrooksweg (zwischen Sandstückenweg und Höhe Timmermannsweg), Kiebitzweg/Lornsenstraße (zwischen Höhe Düpenau und nördlicher Stadtgrenze), Altonaer Chaussee (zwischen Schenefelder Platz und östlicher Stadtgrenze). Nach der Analyse des Lärmkontors Hamburg befinden sich entlang dieser Lärmbrennpunkte 2332 Wohnungen. 2020 Schenefelder Bürger sind demnach tagsüber von Lärmpegeln über 55 Dezibel betroffen. 1110 sind es nachts. Allerdings wies Bauamtschef Günter Leimert darauf hin, dass ein möglicher gesundheitgefährdender Lärm erst bei Werten über 65 Dezibel gesehen werde. Davon wären tagsüber 460 und nachts 500 Schenefelder betroffen. Das Lärmkontor schlägt für jeden Brennpunkt ein Maßnahmen-Paket vor. Runter mit dem Tempo: Dieser Vorstoß könnte an allen sechs Brennpunkten eine Lärmentlastung bringen. „Die Reduzierung von Tempo 50 auf Tempo 30 könnte die Lärmbelastung um drei Dezibel verringern“, sagte Leimert. Auch das Ausbessern von vorhanden Fahrbahnschäden hätte einen positiven Effekt. Er würde bei ein bis zwei Dezibel liegen. „Es besteht auch die Möglichkeit, Schutzstreifen für Radfahrer auf den Straßen auszuweisen. Je enger die Straße, desto geringer sind die gefahrenen Geschwindigkeiten“, betonte Leimert.

Grünen-Ratsherr Herbert van Gerpen erinnerte an das einst ausgegebene Ziel: „Der Durchgangsverkehr soll aus dem Dorf raus.“ Leimert riet jedoch davon ab, den Plan, den Verkehr von der Hauptstraße und der Blankeneser Chaussee auf den Osterbrooksweg zu verlagern, weiter zu verfolgen. Der nötige Rückbau der Straßen würde einen hohen sechsstelligen Betrag kosten. „Und im Osterbrooksweg leben genauso viele vom Lärm Betroffene wie an der Blankeneser Chaussee.“ Als nächstes soll geklärt werden, welche Maßnahmen sich an welchem Brennpunkt in puncto Lärm wie auswirken würde. Anschließend soll die Öffentlichkeit informiert werden. Sollte sich die Stadt entscheiden, den Weg der Geschwindigkeitsreduzierungen von Tempo 50 auf Tempo 30 noch einmal zu beschreiten, steht der Gang zur Straßenverkehrsbehörde des Kreises an.

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