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Schenefelder Tageblatt

22. Oktober 2017 | 15:54 Uhr

Weg mit den Schenefelder Hindernissen

vom

shz.de von
erstellt am 23.Mai.2013 | 01:14 Uhr

Schenefeld | Dienstagabend, 18 Uhr, Begegnungsstätte am Rathaus: Friederike Pavenstedt lässt das Protokoll der April-Sitzung rumgehen. Die Mitstreiter der AG Barrierefreiheit überfliegen den Text. Es gibt einige Rückfragen, Hinweise - dann wird diskutiert. Barrierefreiheit in Schenefeld: Themen gibt es ohne Ende.

Im Februar gab es ein Treffen mit Vertretern der Stadt. Im März mit Markus Montag, dem Centermanger des "Stadzentrums". Dem wurde gleich eine ganze Liste von Verbesserungsvorschlägen präsentiert. Ein besonderes Ärgernis für Pavenstedts- Team sind die Fahrradabstellbügel, die am Südeingang des Einkaufszentrums aufgestellt wurden. "Mit einem Rollstuhl kommt da niemand mehr durch", sagt Pavenstedt. Das Kopfsteinpflaster müsste in diesem Bereich ebenfalls entfernt werden. Auch die Ausschilderung der Sanitäranlagen im Center, der Behindertenparkplätze im Außenbereich und die oft defekten Automatiktüren sprechen die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft an. Laut Pavenstedt hat das Centermanagement bereits zugesichert, dass das Hindernis Fahrradbügel am Südeingang entfernt wird.

Seit 2006 kümmert sich die von Pavenstedt gegründete Gruppe um mehr Barrierefreiheit in der Stadt. Mit Erfolg. "Wir sind auf einem guten Weg. Schenefeld ist in vielen Bereichen vorbildlich. Wir fühlen uns ernst genommen", sagt die Rollstuhlfahrerin, die fast täglich mit ihrem E-Mobil in der Stadt unterwegs ist. Die Pflasterung vor der Bücherei, die neue Klingel. Zu hohe Kantsteine, die zügig abgesenkt werden: Pavenstedt lobt die Zusammenarbeit mit der Stadt - auch wenn nicht alles sofort zu bewerkstelligen ist, wie die Ausweisung von einem Behindertenparkplatz an der Postfiliale an der Hauptstraße. "Da sollte schon vor einem Jahr etwas passieren. Das Schild war angeblich längst bestellt", sagt ein AG-Mitstreiter unwirsch. In Geduld muss sich die AG oft üben. "Es geht nur Schritt für Schritt. Alles muss auch bezahlbar sein", mahnt Pavenstedt. Alle drei Postfilialen in Schenefeld sind so zum Beispiel momentan eher barriereunfreundlich.

Der Tunnel bei Penny an der Altonaer Chaussee, das Behinderten-WC am Schenefelder Platz, eine fehlende Klingel am JUKS, viel zu viele hohe Kantsteine in der Siedlung: Die AG Barrierefreiheit zeigt immer wieder die Hindernisse auf, die behinderten Menschen Grenzen setzen. Auch in den Köpfen der Verantwortlichen möchte die AG für ein Umdenken sorgen.

Jüngstes Negativ-Beispiel: der neue Spiely-Container an der Gorch-Fock-Schule, den die Stadt für mehr als 37 000 Euro angeschafft hat. Er ist nicht nur viel zu klein (wir berichteten), er ist für Pavenstedt und alle Rollstuhlfahrer eine Barriere, die sie nicht überwinden können. "Ich komme da nicht rein, kann mir keine Spiele ausleihen", so Pavenstedt.

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