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Das Sonntagsgespräch : „Was amüsiert, muss nicht anspruchslos sein“

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Heute mit dem Musiker und Showpianisten David Harrington.

shz.de von
erstellt am 01.Nov.2015 | 15:00 Uhr

Schenefeld/Hamburg | Die Showpianisten David Harrington und Götz Östlind sind Musikfans in der Metropolregion längst ein Begriff und treten am Sonnabend, 30. Januar 2016, ab 20 Uhr sogar in der Hamburger Barclaycard-Arena auf. Der Grundstein für Harringtons Karriere wurde in Schenefeld gelegt. Im Sonntagsgespräch berichtet der inzwischen in Hamburg lebende Harrington unter anderem von seinen musikalischen Anfängen im Kreis Pinneberg.

Was erwartet die Zuschauer bei Ihren Konzerten?
Unsere neue Show ist nicht nur aus pianistischer Sicht wesentlich anspruchsvoller. Sie ist intensiver und fokussierter, auch im Bereich der Comedy. Wenn ich das neue Programm gespielt habe, bin ich reif für das Hotelbett. Nach unseren früheren Shows konnte ich noch in die Hotelbar gehen.

Was bedeutet es Ihnen, demnächst in der Barclaycard Arena aufzutreten?
Das ist für mich und alle Personen, die an der Entwicklung von David und Götz beteiligt sind, der bisherige Höhepunkt. Es ist ungewöhnlich, ohne Hilfe einer Plattenfirma, ohne Vertrag mit einem Fernsehsender und ohne eine große Agentur in so einer großen Halle auftreten zu dürfen. Ich finde es klasse, dass uns die Barclaycard Arena eine solche Show ermöglicht.

Was ist das Besondere daran, als Klavierduo aufzutreten?
Zum Klavier gehören immer andere Instrumente oder ein Sänger. Ein zweites Klavier ist aber eher ungewöhnlich. Vermutlich, weil nur schwer zu erreichen ist, dass beide Klaviere perfekt harmonieren. Wir haben deshalb für unseren ersten Auftritt drei Jahre lang geübt. Götz ist übrigens bereits seit 20 Jahren mein bester Freund. Eine Zusammenarbeit hat sich aber erst vor zehn Jahren ergeben.

Sie sind im Kreis Pinneberg zur Schule gegangen. Welche Erinnerungen haben Sie an diese Zeit?
Das Wolfgang-Borchert-Gymnasium in Halstenbek und ich passten irgendwie nicht zusammen. Deswegen schickten meine Eltern mich auf das Gymnasium in Schenefeld und an das habe ich nur schöne Erinnerungen. Das Tolle war, dass man etwas anders sein konnte, ohne ausgegrenzt zu werden. Und ich hatte das große Glück, einen Musiklehrer zu haben, der nicht nur mich inspiriert und geprägt hat. Dank ihm sind viele Berufsmusiker geworden, unter anderem Fettes Brot und Ole Soul. Der Geist der Schule war so, dass sich Künstler entfalten konnten. Welche Schule leistet das heute noch? Als kleines Dankeschön würde ich deshalb demnächst gerne ein Benefizkonzert in Schenefeld spielen.

Gibt es noch Verbindungen in den Kreis?
Bei unseren Konzerten sind häufig immer noch viele Lehrer und ehemalige Mitschüler dabei. Von denen muss ich mir manchmal auch Kritik anhören. Ich könnte mir deshalb gut vorstellen, mein Soloprogramm erstmals in Schenefeld zu präsentieren. Dort wird man mir deutlich signalisieren, wenn etwas verbessert werden muss. Fehler mache ich schließlich in jedem Konzert. Ob das Publikum die mitbekommt, ist eine andere Frage.

Durch Proben und Auftritte sind Sie ständig mit Götz Östlind zusammen. Geht man sich da manchmal auf die Nerven?
Natürlich. Aber dass wir uns richtig anfauchen, passiert vielleicht einmal pro Jahr. Und dann vertragen wir uns noch am selben Tag. Mittlerweile ist es bei uns wie in einer Ehe – nur ohne Bett.

Sie sind auf der Bühne nicht nur Musiker, sondern auch ein Entertainer mit viel Humor und Energie. Ist der private David Harrington genauso?
Privat bin ich ein ernsterer Mensch, der auch mal seine Tiefen hat. Das auf der Bühne auszugleichen, ist manchmal ganz schön schwer. Ich bin eigentlich auch nicht witzig. Auf der Bühne passiert allerdings irgendetwas mit mir. Ich bin zwar nicht im kirchlichen Sinne gläubig. Aber ich glaube an eine höhere Macht, die uns aus einem bestimmten Grund erschaffen hat. Meine Aufgabe ist, die Menschen zu unterhalten und von ihrem manchmal traurigen Alltag abzulenken. Ich hätte niemals die Perspektive, klassischer Konzertsolist zu werden und war immer im Unterhaltungsgenre tätig. Allerdings immer auf einem hohen Niveau. Was amüsiert, muss nicht anspruchslos sein.

David Harrington (42) erhielt als Sohn einer deutschen Mutter und eines irischen Vaters seinen ersten Klavierunterricht im Alter von fünf Jahren. Er setzte diese Ausbildung bis zu seinem 24. Lebensjahr fort. In dieser Zeit gewann er den Teldec-Klavierwettbewerb und war Preisträger bei Wettbewerben von „Steinway & Sons“ und „Jugend Musiziert“. Nach dem Abitur in Schenefeld studierte er die Fächer Klavier, Gesang und Dirigat in Berlin und Hamburg. Es folgten Engagements als Dirigent/Pianist bei verschiedenen Musicalproduktionen, unter anderem „Cats“, „Das Phantom der Oper“ und „Ich war noch niemals in New York“.
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