zur Navigation springen

Stadtkern in Schenefeld : Wählervereinigung fragt jetzt die Bürger

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Die Wählervereinigung „Bürger für Bürger“ startet eine Umfrage auf Facebook. Millionen-Projekt sei ein finanzielles Abenteuer mit ungewissem Ausgang.

shz.de von
erstellt am 02.Feb.2016 | 12:15 Uhr

Schenefeld | Der geplante Stadtkern: Für die Schenefelder Wählervereinigung „Bürger für Bürger“ (BfB) bleibt das Millionen-Projekt ein Luxus-Projekt, gar ein Abenteuer mit unkalkulierbaren Kosten für die Stadt. Die BfB agiert, holt die Meinung der Schenefelder Bürger ein. Auf der BfB-Facebook-Seite können die Bürger ab heute abstimmen. „Wir hoffen auf 800 bis 1000 Teilnehmer“, sagt BfB-Fraktionschef Manfred Pfitzner. Das wäre ein sehr gutes Meinungsbild.

Laut Pfitzner könne von einer Euphorie in der Bevölkerung für die Stadtkern-Pläne keine Rede sein. „Das haben mir Gespräche mit vielen Bürgern gezeigt“, sagt der BfB-Chef. Deshalb sei es wichtig, die Schenefelder selbst zu Wort kommen zu lassen.

Für die Schaffung eines echten Zentrums hat die Stadt Kosten in Höhe von zirka 20 Millionen Euro eingeplant. Da Schenefeld in das Städtebauförderprogramm von Bund und Land aufgenommen wurde, könnten in den nächsten Jahren bis zu 14  Millionen Euro an Zuschüssen nach Schenefeld fließen – 2,1 Millionen Euro wurden bereits bewilligt. Zirka sieben Millionen Euro müsste Schenefeld selbst aufbringen. Für die BfB der Stein des Anstoßes. Dieses Geld möchte die Wählervereinigung lieber in den Bau eines neuen Schulzentrums und einer Kita investieren. „Damit würden auch die bereits bewilligten Renovierungskosten für den Schulkomplex in Millionenhöhe entfallen, die unter anderem für ein neues Dach sowie umfangreiche Kellerdeckendämmungen vorgesehen waren“, betont Pfitzner.

Den BfB-Chef treibt aber auch die Sorge um, dass Schenefelds Stadtkern finanziell ein Fass ohne Boden werden könnte. Pfitzner zieht Vergleiche zur Elbphilharmonie in Hamburg, zum Berliner Flughafen, zum Bahnhof Stuttgart 21 und zum „Knickei“-Desaster in der Nachbargemeinde Halstenbek. Die Wählervereinigung zweifelt aber auch daran, dass die gewünschten Ziele im Stadtkern erreicht werden. „Insbesondere würden von dieser Stadtkernerweiterung die Berliner Investoren des Einkaufzentrums profitieren. Dies ist eine nicht nachvollziehbare Investition der Stadt Schenefeld und wird ein reines Verschwenden von Steuergeldern ergeben“, wettert der BfB-Politiker.

Fakt ist: Die BfB ist der schärfste Kritiker eines neuen Stadtkerns, befürwortet nur den Bau eines Bürgerzentrums. Kritik kommt aber auch von der CDU, die die Planungen nördlich der LSE im Bereich der Industriestraße als bedenklich einstuft. Sie will Gewerbetreibende an diesem Standort nicht vergraulen.

2016 ist definitiv das Jahr der Stadtkern-Wahrheit. Noch in diesem Monat wird Schenefelds Stadtplaner Ulf Dallmann mit Frank Schlegelmilch vom beauftragten Bremer Planungsbüro das bisher erarbeitete Konzept im Kieler Innenministerium vorstellen. Laut Schlegelmilch guckt Kiel genau hin, ob eine große Mehrheit in der Politik hinter dem Vorhaben stünde. Fördermittel seien heiß begehrt. Im Juni müssen die Verantwortlichen Farbe bekennen. Dann soll das ausgearbeitete Konzept für Schenefelds neuen Stadtkern beschlossen werden.

zur Startseite
Karte

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen