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Schenefelder Tageblatt

21. Oktober 2017 | 07:33 Uhr

Schenefeld : Von Städtepartnern zu Ehepartnern

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Tatsiana und Harald Fischer lernten sich über die Verbindung von Schenefeld und Luninez in Weißrussland kennen

shz.de von
erstellt am 15.Okt.2013 | 16:49 Uhr

Pinkfarbene Chrysanthemen blühen in jedem Beet des kleinen Gartens am Rande Schenefelds. Sie waren ein Geschenk zur Hochzeit des Ehepaars Fischer im Herbst 2000. Genauso wie die Blumen blüht auch noch die Liebe von Harald und Tatsiana Fischer. „Nur Unkraut wächst von allein – Liebe muss gepflegt werden“, sagt die 61-Jährige. Und so hegt und pflegt sie liebevoll ihre Beziehung zu ihrem Ehemann Harald.

Durch die Städtepartnerschaft von Schenefeld und Luninez lernten Tatsiana und Harald Fischer sich am 10. Oktober 1998 in Luninez kennen. Harald Fischer (81) war Verwaltungsbeamter in Altona und spielte im Mandolinen Orchester in Hamburg. Im Herbst des Jahres kam er mit der Schenefelder Musikschule in die weißrussische Stadt. „Ich war dort in einer Gastfamilie untergebracht, die Familie konnte kein Englisch, nur Russisch“, berichtet er. Und so entstand der Kontakt zu seiner heutigen Ehefrau: Sie war eine Bekannte der Gastfamilie und hatte in Minsk Englisch und Französisch studiert. Sie half als Dolmetscherin. Tatsiana war damals Leiterin des Standesamts in ihrer Region, sie war verwitwet und arbeitete viel. „Als wir vom Abendessen kamen und ich stolperte, fing Harald mich auf – plötzlich änderte sich mein Blick für ihn“, sagt Tatsiana. Auch wenn es keiner der beiden so schnell aussprach: Sie verliebten sich. Harald Fischer besuchte Tatsiana regelmäßig. Über Weihnachten und Neujahr 1999 reiste sie gemeinsam mit ihrer Tochter zu ihm nach Schenefeld. Sie lernte fleißig Deutsch. Und nahm endlich einmal Urlaub von ihrer Arbeit. „Das hatte ich noch nie in Anspruch genommen.“ Seither unternahmen sie viele Reisen: Darunter Kreuzfahrten, Reisen ans Mittelmeer und ans Schwarze Meer, nach Dubai und quer durch Europa. „Vor allem die gemeinsame Reise nach Paris 2001 war toll“, schwärmt die Weißrussin. Denn obwohl sie selbst Französisch studiert hatte, war sie noch nie in Frankreich gewesen. Bis zu ihrem ersten Aufenthalt in Deutschland Ende 1999 hatte sie Weißrussland noch nie verlassen.

Altersunterschied nie ein Problem

Etwa zwei Jahre nachdem sie sich kennengelernt hatten, am 6. August 2000, kam sie nach Deutschland – und blieb. Genau zwei Monate später, am 6. Oktober, heirateten Harald und Tatsiana. Der Altersunterschied der beiden sei nie ein Problem gewesen: „Wir sind sehr ähnlich aufgewachsen. Ich im Zweiten Weltkrieg und Tatsiana unter der Herrschaft der kommunistischen Partei“, erklärt der Schenefelder.

Seither ist die 61-Jährige oft für Schenefeld als Dolmetscherin tätig. Durch die Partnerstädte verliere sie nicht die Verbindung zu ihrer Heimat. „Es hat nur Vorteile, dass ich nach Deutschland gekommen bin: Ich habe meinen Traummann kennengelernt und fühle mich in beiden Ländern sehr wohl“, sagt sie. Regelmäßig begleitet sie die Delegationen in ihre Heimat nach Weißrussland. Auch mit der französischen Partnerstadt Voisins und deren Bürgermeister war sie schon in Luninez. Etliche Fotos von ihren gemeinsamen Erlebnissen klebt Tatsiana liebevoll in Fotoalben. Sie beschriftet die Fotos, bastelt Collagen und denkt sich Sprüche aus. Ihre Augen strahlen immer noch, wenn sie ihren Mann anschaut. Die Liebe der beiden ist grenzenlos.

Unglück lässt Partnerschaft der Städte entstehen

Luninez hat rund 24000 Einwohner und liegt im Süden Weißrusslands, rund 60 Kilometer von der Grenze zur Ukraine entfernt. Seit Oktober 2001 unterhält die Stadt eine offizielle Partnerschaft mit Schenefeld. Erste Kontakte entwickelten sich aber bereits im Jahr 1986 kurz nach dem Unglück in Tschernobyl – unterstützt vor allem durch den Verein „Freunde für Luninez“. Seit dem Tag der offiziellen Partnerschaft besuchen immer wieder Schenefelder Delegationen das etwa 1300 Kilometer entfernte Luninez – zuletzt im September. Die Säulen des Austausches sind in den vergangenen Jahren vor allem Blau-Weiß 96 und der Musikzug Schenefeld gewesen. „Sport und Musik brauchen auch kein Wörterbuch“, sagte  Bürgermeisterin Christiane Küchenhof anlässlich des Besuches. Aber auch aus Luninez kommen laufend Besucher: So waren im August 15 weißrussische Fußballer bei einem Partnerschaftsturnier in Schenefeld dabei.

 
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