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Küchenhof auf der Karriereleiter : Von Schenefeld nach Kiel - so verlief der Überraschungscoup

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Schenefelds Bürgermeisterin soll im März stellvertretende Landesvorsitzende der SPD werden.

shz.de von
erstellt am 13.Feb.2015 | 10:00 Uhr

Schenefeld/Kiel | 25 Jahre Mitglied in der SPD: Schleswig-Holsteins SPD-Landeschef Ralf Stegner ließ es sich Anfang Januar nicht nehmen, Christiane Küchenhof persönlich zu gratulieren. Kein Wunder: Stegner bezeichnete Schenefelds Verwaltungschefin ganz offen als seine „Lieblingsbürgermeisterin“. Mit der wird Stegner in Zukunft wohl ganz eng zusammenarbeiten. Küchenhof wirft ihren Hut in den Ring, kandidiert als stellvertretende Landeschefin. Beim Landesparteitag am 14. und 15. März soll sie in Neumünster in den engsten Führungszirkel der Landes-SPD gewählt werden. „Sie kann die kommunale Ebene im Landesvorstand erstklassig vertreten“, verteilt der Landeschef Vorschusslorbeeren. Küchenhof auf der Karriereleiter.

Ein Überraschungscoup, den Stegner da gestern in Kiel landete, keine Frage. Denn auf Landesebene war Schenefelds Bürgermeisterin bisher parteipolitisch eher wenig in Erscheinung getreten. Auch als Bürgermeisterin spielte sie nicht die Parteibuchkarte aus.

Doch Ambitionen auf Landes- oder sogar Bundesebene werden der 47-Jährigen schon länger nachgesagt. Denn in der SPD ist Küchenhof seit Jahren bestens vernetzt. Bevor sie 2006 zur Bürgermeisterin gewählt wurde, leitete sie das Wahlkreisbüro des Elmshorner SPD-Bundestagsabgeordneten Ernst Dieter Rossmann. Als Bürgermeisterin pflegt sie gute Beziehungen zu den Mächtigen in Kiel. Mit Ministerpräsident Torsten Albig spazierte sie durch den XFEL-Tunnel in Schenefeld. Ebenso mit Stegner und Verkehrsminister Reinhard Meyer. Den hat Küchenhof als „meinen Lieblingsminister“ bezeichnet. Und Meyer ist SPD-Mitglied im Schenefelder Ortsverein. Seit 2013 ist Küchenhof zudem stellvertretende Vorsitzende des Städtetags Schleswig-Holstein. „Das ist eine gute Schnittstelle, um auf kommunaler Ebene etwas zu bewegen“, sagt Küchenhof. Sie sieht ihre künftige Aufgabe auch darin, die Metropolregion stärker in den Fokus der Landespolitik zu rücken. „Die Metropolregion hat Kiel nicht immer im Blick.“

Als Bürgermeisterin ist sie in Schenefeld unangefochten. Bei ihrer Wiederwahl 2011 gab es nicht einmal einen Herausforderer. Selbst der „politische Gegner“ bescheinigt ihr , einen guten Job zu machen.

Charme, Humor, Offenheit: Die gelernte Verwaltungsfachwirtin setzt auch auf ihre Persönlichkeit, um Ziele zu erreichen. Sie ist eine „Kümmerin“, sucht lieber den Kompromiss als die Konfrontation. Das Repräsentieren, die Öffentlichkeit – das liegt ihr, das mag sie, das kann sie.

Ab 1990 im Rat vertreten

Küchenhof bringt aber nicht nur ihre Erfahrungen als Chefin einer Stadtverwaltung mit. Sie hat auch gelernt, wie Politik funktioniert. Ab 1990 saß die zweifache Mutter für die SPD im Rat, kümmerte sich in Schenefeld vor allem um die Sozialpolitik und die Stadtentwicklung. 16 Jahre Kommunalpolitik hat sie auf dem Buckel.

Jetzt soll Küchenhof mithelfen, die SPD bei der Landtagswahl 2017 an der Macht zu halten. Strebt die gebürtige Schenefelderin vielleicht selbst ein Ministeramt an und hängt den Bürgermeisterposten nach einer erfolgreichen Landtagswahl an den Nagel? „Diese Frage stellt sich für mich zurzeit überhaupt nicht“, sagt die Verwaltungschefin. Sie übernehme die neue Aufgabe nicht, um Schenefeld zu verlassen. „Ich mag Schenefeld und die Schenefelder.“

Dennoch: Ein aktuelles Vorbild aus dem Kreis Pinneberg gibt es. Kristin Alheit kehrte als Bürgermeisterin der Stadt Pinneberg den Rücken und wechselte als Sozialministerin ins Kabinett Albig. Im Führungskreis der Landes-SPD: Für Schenefelds Bürgermeisterin öffnen sich vielleicht bald ganz neue Türen.

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