Von Bauernhäuschen und Stadtvillen

Der zum Wohnhaus umgebaute Stall steht im Schambrooksweg. Als das Dach teilweise neu gedeckt wurde, entdeckte Bauherr  Wilhelm Groonewaldt Balken, die mehr als 300 Jahre alt waren.
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Der zum Wohnhaus umgebaute Stall steht im Schambrooksweg. Als das Dach teilweise neu gedeckt wurde, entdeckte Bauherr Wilhelm Groonewaldt Balken, die mehr als 300 Jahre alt waren.

Schenefelds Häuser im Fokus: Frank Grünberg veröffentlicht Fotoreihe mit historischen und modernen Gebäuden im Internet

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23. Februar 2018, 16:20 Uhr

Noch ziert die grüne Stadtvilla die Blankeneser Chaussee in Schenefeld. Doch in naher Zukunft rückt der Abrissbagger an, und das mehr als 100 Jahre alte Gebäude gehört der Vergangenheit an. Auch die Zimmerei und Holzhandlung dahinter werden dem Erdboden gleichgemacht, um Platz zu schaffen für Reihenhäuser. Dieses und viele andere alte Häuser bleiben jedoch zumindest im Bild der Nachwelt erhalten. Frank Grünberg hat sie alle fotografiert und in einer Broschüre festgehalten. 63 historische und 97 neuere Häuser sind in dem Heft unter dem Titel „Schenefeld – eine Stadt mit Charme“ zu finden. Zwei Ausstellungen hat Grünberg organisiert: im „Stadtzentrum“ und im Rathaus. Nun sind die Bilder auch virtuell zu finden, auf der Internetseite der Stadt Schenefeld.

Die Begeisterung für alte Häuser entwickelte Grünberg, als er selbst ein historisches Gebäude besaß. Als er in Rente ging, zog er von Süddeutschland nach Schenefeld. Nun war mehr Zeit für lange Spaziergänge mit seiner Ehefrau Marianne. Dabei fiel ihm auf, dass Schenefeld verborgene Schätze beherbergt, die einem im schnelllebigen Alltag nicht sofort auffallen. Vom rustikalen Bauernhaus bis zur Villa aus der Gründerzeit als der Kaiser noch regierte – in Schenefeld zeichnet sich die Historie ab. Dem heute 71-Jährigen sei vorher nicht bewusst gewesen, welche Vielfalt vorherrsche.

Also fing er an, die Häuser zu zählen und sie zu fotografieren. Die Bewohner wurden informiert und konnten Einspruch einlegen, falls sie nicht mit ihrem Haus in der Ausstellung auftauchen wollten. Mit Unterstützung von Hobby-Historiker Gerhard Manthei, dem mittlerweile verstorbenen Herbert Lüdemann und Eckhard Vogelgesang vom Seniorenbeirat sowie der Verwaltung realisierte er die Ausstellungen.

In den Archiven wühlte sich Grünberg durch die Akten und fand heraus, wann die Häuser von wem gebaut wurden. So ist auch in der Broschüre jeweils vermerkt, wer dort gewohnt hat. Beispielsweise beherbergte das Haus am Kampweg 1 von Alwin und Helene Ellerbrock bis zum Jahr 1969 eine Entbindungsstation. Im Kuhstall in der Dorfstraße 16 aus dem Jahr 1865, der zum Hof von Willi Harder gehört, befindet sich heute ein Bioladen. Attraktive, moderne Bauten sind ebenfalls aufgeführt, um zu demonstrieren, wie das Stadtbild heute geprägt wird.

„Schenefeld ist eine Stadt, die außer dem ,Stadtzentrum’ nicht viele Angebote hat. Es gibt kein Freibad, keine Museen oder eine hübsche Stadtbücherei. Ich wollte zeigen, wie schön die Heimatstadt trotzdem ist“, erläutert Grünberg.

Er würde die Broschüre gern in höherer Auflage drucken lassen, dafür fehlt ihm aber ein Sponsor. 500 Euro würden 200  Stück kosten. Wer Grünberg unterstützen will kann sich bei ihm unter Telefon (01 71) 5 29 15 88 melden. Die gesamte Broschüre ist online zu finden.
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www.stadt-Schenefeld.de/

schnappschuesse.html

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