zur Navigation springen
Schenefelder Tageblatt

15. Dezember 2017 | 09:36 Uhr

Schenefeld : Viel Kritik an Fällaktion

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Diverse Beschwerden beim Nabu eingegangen: Am Holtkamp und am Sülldorfer Weg wurden fast 50 Jahre alte Bäume abgeholzt.

von
erstellt am 28.Jan.2014 | 16:00 Uhr

Knickpflege am Holtkamp und am Sülldorfer Weg: Auch große Bäume wurden in der vergangenen Woche auf privatem Grund gefällt. Das sorgte für Aufregung. Zahlreiche Anrufe besorgter Bürger erreichten Schenefelds Nabu-Chef Stefan Friedrich. Der nahm sofort Kontakt mit der Stadt auf, wollte wissen, ob die Fällaktion rechtlich zulässig ist. „Die Baumschutzsatzung der Stadt Schenefeld gilt nicht für Knicks“, betonte Martina Schiller, Umweltexpertin im Rathaus. Sie informierte sofort die zuständige Untere Naturschutzbehörde (UNB) des Kreises, weil es sich um Knickpflegemaßnahmen handelte. Weder die Stadt noch die Kreisbehörde waren vorab über die Maßnahmen informiert worden. Laut Schiller ist dies aber auch nicht vorgeschrieben.

Vorgang ist rechtens - aber für Nabu unverständlich

Der UNB-Mitarbeiter verschaffte sich – ebenso wie Schiller – direkt vor Ort am Sülldorfer Weg einen Überblick über die Fällaktion, die noch weiter in Richtung Husbargen fortgesetzt wurde. Das Urteil der Kreisbehörde ist glasklar. „Alles ist rechtmäßig gelaufen“, betonte gestern Pressesprecher Marc Trampe. Die durchgeführten Pflegemaßnahmen stünden im Einklang mit den Knickschutzregelungen des Landes Schleswig-Holstein. Bedeutet: Auch das Fällen der großen Bäume war rechtens.

Für den Nabu bleibt genau das unverständlich. „Wir sind erschüttert, dass immer noch einfach so, ohne Sinn und Verstand, bis zu 50 Jahre alte Bäume gefällt werden dürfen und es dafür sogar eine rechtliche Grundlage geben soll“, sagte Friedrich. Der Nabu wolle überprüfen, ob rechtliche Maßnahmen gegen den Eigentümer eingeleitet werden können. Auch Rüdiger von Ancken, Mitstreiter der Bürgerinitiative „Wohnqualität im Grünen“ ist die Fällaktion übel aufgestoßen. „Man muss fassungslos mit ansehen, wie 40 und 50 Jahre alte Eichen der Knickpflege zum Opfer fallen.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen