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Mit interaktiver Karte : Verkehr in Schenefeld: Bürger wollen Raser im Dorf ausbremsen

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Eine Initiative sammelt 730 Unterschriften.

shz.de von
erstellt am 08.Feb.2017 | 13:00 Uhr

Schenefeld | Tag für Tag rollen die Blechlawinen durch das Schenefelder Dorf. Vorbei an der Grundschule Altgemeinde und Kindertagesstätten. Zu Staus kommt es vor allem an der Blankeneser und der Halstenbeker Chaussee sowie auf der Hauptstraße. Die Anwohner wollten sich mit der Lärmbelastung und der Gefahr für ihre Kinder nicht länger abfinden. Im vergangenen Frühsommer fingen sie an, Unterschriften zu sammeln. Nun gibt es ein erstes Ergebnis ihrer Bemühungen. Die Forderung der ins Leben gerufenen Bürgerinitiative: Der Bereich im Dorf sollte verkehrsberuhigte Zone mit Tempo 30 werden, der Verkehr über den Osterbrooksweg abgeleitet werden.

Gestern haben Claus Cordes, Hedwig Röper und Alexandra Freytag die Unterschriften an Bürgermeisterin Christiane Küchenhof (SPD) übergeben. 730 Menschen hatten unterschrieben. Gesammelt wurde in mühsamer Kleinstarbeit. Die Mitglieder der BI gingen von Tür zu Tür, um für ihr Anliegen zu werben.

BI-Sprecher Cordes beschrieb beim Gespräch mit der Bürgermeisterin, wie stark der Verkehr besonders zu den Stoßzeiten auf der Halstenbeker Chaussee ist. „Manchmal kommt man mit dem Auto nicht mal vom Hof auf die Straße“, sagte er. Deshalb sei eine Verkehrsberuhigung so wichtig. Das Feedback bei der Unterschriften-Aktion sei „überwältigend“, sagte Cordes. Fast jeder Anwohner, bei dem sie geklingelt hätten, gehöre zu den Unterstützern. „Die Ablehnung war gegen Null.“ Besonders wichtig sei ihm, dass der Schulweg für die Kinder sicherer wird. „Viele Schüler kreuzen die Straße. Wenn sie aus der Schule kommen, toben sie da herum“, schilderte Röper. Es gehe aber auch um die Lebensqualität der Anwohner. „Der Verkehr muss raus aus dem Dorf“, forderte Freytag. Wenn kein Stau ist, seien die Fahrzeuge viel zu schnell unterwegs. Bei dem dort aufgestellten Geschwindigkeitszähler habe Röper Geschwindigkeiten von mehr als 100 Kilometern pro Stunde beobachtet. „Tempo 70 ist für einen Lkw da ja schon normal“, sagte sie. „Das ist zu viel.“ Auch die Auffahrunfälle häuften sich, wenn Autofahrer versuchen, noch schnell ein parkendes Fahrzeug zu umrunden. Freytag habe dies mehrfach beobachtet. Beim Sportplatz, an dem Cordes wohnt, hielten etliche Fahrzeuge nicht einmal an, wenn die Ampel Rot anzeigt. „Das ist beängstigend“, befand Röper. Natürlich würden sich nicht alle an eine geänderte Geschwindkeitsbegrenzung halten, aber zumindest die extremen Raser würden ausgebremst, hoffen die Mitglieder der BI.

 

„Es ist schön zu sehen, dass die Bürger sehr genau wahrnehmen, was hier passiert“, lobte Küchenhof. „Wenn man etwas verbessern kann, sollte man diese Chance auch ergreifen.“ Küchenhof stimmte dem Besuch in dem Punkt zu, dass das Dorf zu stark belastet ist. Sie habe dies ebenfalls festgestellt, wenn sie mit dem Fahrrad unterwegs sei. Wenn die Westumgehung fertig ist, werde Schenefeld noch häufiger als Ausweichstrecke nach Hamburg genutzt. In der gesamten Stadt werde es dann voller werden. Da ist sich die Rathaus-Chefin sicher.

Der Bereich Blankeneser, Halstenbeker Chaussee und Hauptstraße würden bei der geplanten Verkehrsuntersuchung im Zuge der Stadtkernplanung deshalb genau unter die Lupe genommen. Küchenhof hofft, vor den Sommerferien ein Ergebnis zu bekommen. Sie wägte allerdings die verschiedenen Interessen ab. „Ich habe großes Verständnis für die Anwohner. Andererseits ist es wichtig, von einem unabhängigen Gutachter beurteilen zu lassen, welche Verschiebung sich für den Osterbrooksweg ergeben würde.“ Dort rege sich Widerstand. Sie will die Unterschriften an den Stadtentwicklungsausschuss übergeben, um das Thema dort erneut zu diskutieren.

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