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Das Sonntagsgespräch : „Vereine werden nicht mehr aus dem Wohnzimmer geführt“

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Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Heute mit Marga Gätjens, Vorsitzende des Sportvereins Blau-Weiß 96 Schenefeld.

Schenefeld | Marga Gätjens ist seit 2003 Vorsitzende von Blau-Weiß 96 Schenefeld. Im Sonntagsgespräch erklärt sie unter anderem, wie sich ihre Arbeit in den vergangenen Jahren verändert hat.

Was zeichnet den Verein aus?
Blau-Weiß 96 ist ein Verein für die gesamte Familie, auch wenn die Jugendarbeit an erster Stelle steht. Vom Kleinkind bis zu den Senioren gibt es für jeden etwas Passendes. Leistungssport, Breitensport, Sport für Menschen mit Einschränkungen, Angebote für Flüchtlinge - uns zeichnet die Vielfalt aus.

Mit was für Problemen hat der Verein zu kämpfen?
Gerade im Winter, wenn die Fußballer nicht mehr draußen trainieren, fehlen uns Hallenzeiten. Dazu kommt, dass wir für die zur Verfügung stehenden Zeiten die passenden Trainer haben müssen. Das klappt leider nicht immer. Aus diesem Grund gibt es bei uns keinen Basketball mehr.

Viele Vereine klagen, dass ihnen die Ganztagsschule Probleme bereitet. Wie ist die Situation in Schenefeld?
Das ist kein akutes Problem. Wir merken zwar, dass die Kinder und Jugendlichen länger in der Schule sind. Mit Austritten haben wir allerdings kaum zu kämpfen, weil die Ganztagsschule in Schenefeld noch nicht verpflichtend ist. Wenn sich das ändert, wird es schwieriger. So stehen uns dann beispielsweise noch weniger Hallenzeiten zur Verfügung. Unabhängig davon suchen wir nach Wegen, wie wir die offene Ganztagsschule sportlich begleiten.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft des Vereins?
Dass uns weiterhin so viele Ehrenamtliche unterstützen. Wenn wir eine Veranstaltung organisieren und nach Helfern fragen, finden sich immer genügend Mitglieder, die mit anpacken. Die Unterstützung beschränkt sich dabei nicht nur auf die eigene Sparte. Auch anderen Abteilungen wird geholfen.

Marga Gätjens (69) ist seit 2003 Vorsitzende von Blau-Weiß 96 Schenefeld. Davor war auch sie stellvertretende Vorsitzende und Leiterin der Turnabteilung. Dem Verein gehört Gätjens seit 1959 an.

Wie ist die Mitgliederstruktur?
Wir haben etwa 3100 Mitglieder. Davon sind 55 Prozent Jugendliche. Bei den Erwachsenen ist ungefähr die Hälfte älter als 60 Jahre. Schon seit zehn Jahren geht der Trend dahin, dass immer weniger 25- bis 40-Jährige Mitglied in Vereinen sind. Das trifft nicht nur Blau-Weiß 96.

Hat sich Ihre Arbeit in den vergangenen Jahren verändert?
Auf jeden Fall. Die wichtigste Änderung ist sicherlich, dass wir durch den Bau der neuen Halle auch eine neue Geschäftsstelle bekommen haben. Seitdem haben wir einen Geschäftsführer und alles ist viel professioneller geworden. Das war allein aufgrund der ständig zunehmenden Bürokratie zwingend notwendig. Vereine werden längst nicht mehr aus dem Wohnzimmer der Vorstände geführt. Die Vorstände entscheiden zwar, aber die Ausführung übernehmen die Geschäftsstellen. Anders geht es gar nicht.

Was bedeutet Ihnen persönlich der Sport?
Er ist sozusagen mein Beruf. Ich war nach der Gründung einer Familie nicht mehr berufstätig und habe nur noch im Sport gearbeitet. Seit 50 Jahren gebe ich inzwischen Unterricht im Kinderturnen und im Gesundheitssport. Es bringt mir einfach Spaß, mit anderen Menschen zusammen zu sein. Ein Leben ohne Blau-Weiß 96 könnte ich mir gar nicht mehr vorstellen. Mir ist es wichtig, gerade älteren Menschen zu vermitteln, wie wichtig Bewegung ist. Es gibt kein besseres Mittel gegen Wehwehchen.

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erstellt am 15.Nov.2015 | 15:00 Uhr

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