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Schenefeld : „Unsere Schule braucht eine Mitte“

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Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Dirk Ziegenhagen wurde am Montag als neuer Leiter der Gemeinschaftsschule eingeführt. Schulrätin Adelia Schuldt überreichte Ernennungsurkunde.

shz.de von
erstellt am 22.Mär.2016 | 12:00 Uhr

Schenefeld | Gestalten, verwalten, unterrichten: Diese Mischung ist so recht nach dem Geschmack von Dirk Ziegenhagen. Seit Ende Februar ist der 47-Jährige der neue Chef an der Gemeinschaftsschule Achter de Weiden. Jetzt hat er von Schulrätin Adelia Schuldt offiziell seine Ernennungsurkunde erhalten. Auch Ziegenhagens Vorgängerin Ina Baumert – sie war 38 Jahre am Schulzentrum tätig – war Gast der Feierstunde. Sie hatte die Schule nachhaltig geprägt.

Der Neue tritt in große Fußstapfen. Ziegenhagen ist keiner, der gleich alles umkremplen will. „Ich möchte diese Schule Schritt für Schritt weiter entwickeln.“ Evolution statt Revolution lautet seine Maxime. Und er setzt auf Teamspirit, auf sein dreiköpfiges Leitungsteam, auf die 35 Kollegen, denen er die Freiräume geben will, „Schule aktiv gestalten zu können“.

Die Diskussion um den baulichen Zustand der Schule hat Ziegenhagen vom ersten Arbeitstag an auf seinem Schreibtisch gehabt. Handlungsbedarf, an allen Ecken und Enden. „Wir benötigen einen großen Wurf“, sagt der Direktor. „Unsere Schule braucht ein Herz, eine richtige Mitte.“ Das könnte eine Mensa für das gesamte Schulzentrum sein oder eine Aula. „Das schafft Identität“, betont Ziegenhagen.

Der Chef hat die inklusive Schule vor Augen, denkt lieber in größeren als in kleineren Zeiträumen. „Einem Rollstuhlfahrer möchte ich unsere Schule heute nicht zumuten.“ Auch da will er ran. Inklusion soll an der Gemeinschaftsschule nicht nur ein Wort sein, sondern mit Inhalt gefüllt werden. „Dafür müssen wir alle Voraussetzungen schaffen.“

Ziegenhagen kommt ursprünglich aus Schleswig. Nach dem Realschulabschluss ging es für ihn weiter. Nach dem Studium in Flensburg folgte 1996 das Referendariat in Rellingen. 20 Jahre hat er an der Caspar-Voght-Schule gearbeitet. „Mich hat die Erlebnispädagogik geprägt.“ Dass seine Schüler selbstständig etwas erleben können, ist Ziegenhagen wichtig. „Lehrer sind heute mehr als Lernberater denn als Belehrende gefragt.“ Der Rektor möchte die Schule mit Betrieben vernetzen, die Azubis suchen. Die Berufsorientierung sieht er als eine der tragenden Säulen der Gemeinschaftsschule. Und er möchte noch mehr Schülern den Übergang aufs Gymnasium ermöglichen. Das Schulzentrum: Ein Trumpf, mit dem gewuchert werden können. „Wir bieten G8 und G9 an“, betont Ziegenhagen. Er strebt eine enge und gute Zusammenarbeit mit dem benachbarten Gymnasium an.

Was ein Schüler mitnehmen soll, der die Schule verlässt? „Er soll lebenstauglich sein. Er soll bestimmte Werte verinnerlicht haben und er muss in der Lage sein, sich selbstständig etwas zu erarbeiten.“

Ein festes Fundament. Ein engagiertes Kollegium. Ein IT-Berater. Eine Schulpsychologin. Schulsozialarbeit: Ziegenhagen betritt in Schenefeld ein wohl vorbereitetes Terrain. Das ist ihm bewusst.

Dass man in diesem Job von allen Seiten manchmal auch viel aushalten muss, machten ihm die Kollegen bei der Feierstunde auf charmante Weise klar. Ziegenhagen bekam eine Schultüte – gefüllt unter anderem mit Trostschokolade, Anti-Stress-Tee, Beruhigungs-CD, Tapferkeitstoffees, einer Flasche Whiskey und einem Glücksschwein. „Alles Liebe zum Schulanfang“, wünschte Steffi Wahl ihrem neuen Chef.

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