Nachruf : Unerschrocken gegen den Krebs

Inge Fulda †  
Inge Fulda †  

Die Ehrenpreisträgerin der Stadt Schenefeld Inge Fulda starb am Dienstag mit 83 Jahren. 25 Jahre lang engagierte sie sich in der Krebsnachsorge.

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31. Juli 2014, 12:00 Uhr

Schenefeld | Sie widmete ihr Leben dem Umgang mit Krebs, besiegte ihn selbst erfolgreich, und half danach jahrzehntelang durch ihren ehrenamtlichen Einsatz anderen Menschen, besser mit der Krankheit umzugehen. Am Dienstag starb die Schenefelderin Inge Fulda im Alter von 83 Jahren.

Fulda gehörte zum Blutspende-Team des Deutschen Roten Kreuzes und baute 1981 in Schenefeld eine Gruppe für psychosoziale Krebsnachsorge auf, die zunächst von der Diakonie, später in enger Zusammenarbeit mit der Sozialberatung organisiert wurde. 2007 zog sie sich aus gesundheitlichen Gründen zurück. „Sie hatte das Herz am rechten Fleck und ein gutes Gefühl für Menschen und Situationen“, sagt Ingrid Köhler-Krüger, die 14 Jahre lang mit der Schenefelderin zusammengearbeitet hat. Köhler-Krüger leitete damals die Sozialberatung in Schenefeld. Ihren besonderen Einsatz habe sie stets bewundert. „Sie hat unerschrocken auch Menschen, die unheilbar an Krebs erkrankt waren, in den Tod begleitet.“ In den Selbsthilfegruppen seien nicht nur Probleme besprochen, es sei auch sehr viel gelacht worden, erinnert sich Köhler-Krüger. Über die Jahre habe sich eine enge, bereichernde Freundschaft zwischen den Frauen entwickelt.

Im Jahr 1931 wurde Inge Fulda in Stade geboren. In Hamburg lernte sie als junge Frau ihren Mann Gert kennen, mit dem sie 55 Jahre lang glücklich verheiratet war. 1972 zog das junge Paar mit Tochter Martina nach Schenefeld in das seinerzeit fertig gestellte Neubaugebiet Bekweiden. Beide engagierten sich stets ehrenamtlich. Inge Fulda erhielt im Jahr 1991 den Ehrenpreis der Stadt Schenefeld für ihren Verdienst um die Krebsnachsorge. 25 Jahre lang hatte sie die Selbsthilfegruppen geleitet.

Die Freude am Leben zurückzugewinnen trotz Krebs – das lag ihr besonders am Herzen. Auf die Frage, was rückblickend das Schönste an ihrer Tätigkeit war, antwortete sie im Jahr 2007 im Gespräch mit dieser Zeitung, wenn die Teilnehmer nach der Beratung glücklich hinausgegangen seien. „Aber Wehmut war leider immer dabei“, fügte sie damals hinzu. „ Manches Mal ging es an die Substanz.“ Als Fulda die Gruppe gründete, war Krebs noch ein Tabuthema. Man wusste wenig über die Krankheit. So musste sie auch gegen Vorurteile kämpfen.

„Sie war eine sehr engagierte Schenefelderin, die sich verdient gemacht hat, um die Stadt und ihre Menschen“, lobt Bürgermeisterin Christiane Küchenhof. „Wir trauern alle gemeinsam und sind in Gedanken bei Herrn Fulda und der Familie.“

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