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Hochhausbrand in Schenefeld : Und kein Weg für die Drehleiter

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Beim Hochhausbrand in Schenefeld am Sonntagabend konnte das Feuer im vierten Stock nicht von außen bekämpft werden. Laut Feuerwehrsprecher Helge Kudenholt ist das Problem bei der Eigentümergemeinschaft bekannt.

shz.de von
erstellt am 03.Dez.2013 | 12:00 Uhr

23 Meter – voll ausgefahren: Mit ihrer Drehleiter kommen die Einsatzkräfte der Schenefelder Feuerwehr an jedes Gebäude in der Stadt heran – wenn man sie denn lässt. Beim Hochhausbrand am Parkgrund am Sonntagabend konnte das Feuer auf dem Balkon im vierten Stock nicht von außen bekämpft werden. „Es gibt für dieses Objekt keine ausgewiesene Feuerwehrzufahrt“, sagt Feuerwehrsprecher Helge Kudenholdt. Der Weg zum Brandherd hätte die Einsatzkräfte über eine darunter liegende Tiefgarage geführt. Laut Kudenholdt zu unsicher. „Es fehlt bei diesem Gebäude ein zweiter Rettungsweg“, sagt der Feuerwehrsprecher. Der sei laut Baurecht gesetzlich vorgeschrieben.

Laut Kudenholdt ist das Problem bei der Eigentümergemeinschaft bekannt. Zurzeit werde an einer Lösung gearbeitet, in der auch der zuständige Brandschutzingenieur des Kreises eingebunden sei. Keine Frage: Wenn es eine sichere Zufahrt für die Drehleiter gegeben hätte, wäre sie an dem neunstöckigen Gebäude zum Einsatz gekommen, hätten die Feuerwehrmänner den Brand auch von außen bekämpfen können. „So mussten wir mit tragbaren Leitern arbeiten, um unseren Leuten eine zusätzliche Rückzugsmöglichkeit zu bieten“, sagt Kudenholdt. Die Drehleiter wäre im Notfall auch ein zweiter Rettungsweg zur Evakuierung von Bewohnern gewesen.

Das Feuer war am Sonntagabend um 20.07 Uhr auf dem Balkon ausgebrochen. Die Polizei geht von fahrlässiger Brandstiftung aus. Eine Zigarette könnte das Feuer verursacht haben. Die Flammenwand erleuchtete den Nachthimmel. Die 49 Einsatzkräfte konnten den Brand schnell löschen, ein Übergreifen auf die Wohnung in letzter Minute verhindern. Verletzt wurde niemand. „Die Bewohnerin konnte uns die Haustür mit ihrem Schlüssel selbst öffnen. Sie hielt sich nicht in ihrer Wohnung, aber im Gebäude auf“, sagt Kudenholdt.

Die Bewohner des Hochhauses konnten ihre Wohnungen während des Einsatzes durch das Treppenhaus verlassen. Laut Kudenholdt eine Vorsichtsmaßnahme. Um 21.10 Uhr packten die Einsatzkräfte wieder ein und fuhren ab – auch der Drehleiterwagen, der bei diesem Hochhaus-Brand nicht zum Einsatz kommen konnte.

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