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Visionen für die Düpenaustadt : Ulf Dallmann plant Schenefelds Zukunft

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Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Niedersachse übernimmt im Rathaus das Ressort Stadtentwicklung und Umwelt. Der Architekt war zuletzt in Kieler Ingenieurbüro tätig.

shz.de von
erstellt am 19.Dez.2013 | 12:00 Uhr

Manchmal ist die Auswahl eines Bewerbers ganz einfach. Den Verantwortlichen im Rathaus fiel es leicht, eine Wahl zu treffen. Ulf Dallmann ist Schenefelds neuer Stadtplaner. Er hat das Ressort Stadtentwicklung und Umwelt übernommen.

Dallmann konnte gleich dreifach punkten. Der gebürtige Niedersachse ist Architekt und Stadtplaner. Wie Verwaltung funktioniert weiß er auch. Nach seinem Realschulabschluss hatte er zunächst in Uelzen eine Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten absolviert, bevor er an der Fachhochschule Hannover Architektur und Städtebau studierte. Wie Politik tickt, weiß der 44-Jährige auch. Er hatte sich zuletzt selbst als Kommunalpolitiker für die Grünen in Heikendorf engagiert.

Nun also die Kleinstadt Schenefeld: „Ich wollte mehr Verantwortung übernehmen, auch im Personalbereich“, sagt Dallmann. Er ist im Rathaus jetzt Chef von vier Mitarbeitern. Und er wollte sich intensiv nur noch mt einer Kommune beschäftigen, ein echter Stadtplaner sein. Deshalb hat er einem Ingenieurbüro in Kiel den Rücken gekehrt, wechselt nach sieben Jahren aus der Wirtschaft in die Verwaltung.

Wahrlich kein Kuscheljob: Die Stadtplanung barg in den vergangenen Jahren das größte Konfliktpotential in der Stadt. Im Kampf um die Landschaftsschutzgebiete hat sich die Bürgerinitiative „Wohnqualität im Grünen“ gegründet, die sich seither aktiv ins Geschehen einmischt. Das alles ist Dallmann bekannt. Es schreckt ihn nicht. „Es geht darum, mit den Politikern und mit den Bürgern gemeinsam nach Lösungen zu suchen.“

Der Neue im Rathaus ist einer, der sich einmischt: „Ich werde für meine Überzeugungen mit Argumenten werben. Ich sehe es als meine Aufgabe an, Visionen für die Stadt zu entwickeln.“

Das wird nötig sein: Auf seinem Schreibtisch liegen dicke Brocken. Den dicksten sieht er täglich auf seinem Weg zur Arbeit. „Schenefeld fehlt eine urbane Mitte. Ein Einkaufszentrum reicht dafür nicht aus“, sagt Dallmann. Die konzeptionelle Entwicklung eines Stadtkerns auf beiden Seiten der LSE dürfte seine größte Herausforderung werden. „Das sind Prozesse, die zehn bis 15 Jahre dauern“, sagt der Architekt. Der Anreiz loszulegen, ist groß. In seinem Büro hängt schon eine Skizze, auf der Dallmann erste Überlegungen festgehalten hat.

Den Rathausplatz empfindet der neue Stadtplaner als zu klein. Den würde er gern vergrößern. Am Herzen liegt ihm auch das Thema Mobilität. „Die Förderung des Radverkehrs ist wichtig und eine Weiterentwicklung des öffentlichen Nahverkehrs.“

Dallmann ist Nachfolger von Günter Leimert, der mehr als 15 Jahre lang diesen Job gemacht hat. Dallmanns Vorteil: Leimert ist zum Bauamtschef im Rathaus aufgestiegen, steht seinem Kollegen mit Rat und Tat zur Seite. „Das ist enorm hilfreich“, sagt Dallmann.

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