Kommunalwahl 2018 : Über den letzten Sitz im Schenefelder Gemeinderat entschied das Glück

Gemeindewahlleiterin Christiane Küchenhof zog das entscheidende Los. „Eine undankbare Aufgabe“, sagte sie. Büroleiter Melf Kayser ging ihr zur Hand.
Gemeindewahlleiterin Christiane Küchenhof zog das entscheidende Los. „Eine undankbare Aufgabe“, sagte sie. Büroleiter Melf Kayser ging ihr zur Hand.

Auslosung nach der Kommunalwahl: Michael Schulz hat Glück. Er zieht für die Grünen in die Schenefelder Ratsversammlung.

shz.de von
09. Mai 2018, 13:15 Uhr

Schenefeld | Die Entscheidung fiel am Dienstag um 18.05  Uhr: Wahlleiterin und Bürgermeisterin Christiane Küchenhof (SPD) hatte die zwei finalen Kandidaten für die Schenefelder Ratsversammlung ausgelost. Für die Grünen zieht Michael Schulz ein, bei der CDU rückt Kay Plewnia über die Liste nach. Denn auf dem Los, das Küchenhof aus der Wahlurne gezogen hatte, stand deutlich geschrieben: „Die Grünen“. Damit sind alle acht Ratsmitglieder der Grünen per Direktmandat in das Gremium eingezogen. Das Nachsehen hat Schenefelds Grünen-Fraktionsvorsitzender Mathias Schmitz. Er ist raus aus dem Rat.

Zwei Kandidaten mit gleichen Stimmenanteil

Die Entscheidung war notwendig geworden, weil zwei Politiker in einem Wahlkreis die exakt gleich hohe Anzahl an Stimmen bekommen hatten. Bei dem politischen Newcomer von den Grünen, Michael Schulz, und der ebenfalls zum ersten Mal angetretenen CDU-Politikerin Petra Löffler sollte deshalb nun der Zufall entscheiden.

Bei der zufälligen Auslosung ging es um viel: Weil Schmitz seinen Wahlkreis nicht geholt hatte, stand er nun auf der Kippe. Und da nun Schulz das Direktmandat errungen hat, ist der Fraktionschef raus aus dem Rat. Er muss auch seinen Posten als Fraktionsvorsitzender abgeben. Eine ähnliche Situation bestand für das bisherige Ratsmitglied Kay Plewnia (CDU). Wäre Löffler gewählt worden, hätte auch er seinen Sitz verloren. Nun kam es aber anders. Löffler zeigte sich gestern als gute Verliererin. Sie gönne den Sitz auch Plewnia, da dieser schon lange Politik im Rat mit gestalte. Sie selbst sei zum ersten Mal angetreten. Sie dankte den Wählern für ihr Vertrauen.

Grüne erhalten alle acht Sitze über Direktmandat

Schmitz war selbst nicht im Ratssaal anwesend. Auf telefonische Nachfrage beglückwünschte er Schulz zu seinem Ratsmandat. Dass alle acht Sitze über Direktmandate zustande gekommen sind, sei ein riesiger Vertrauensbeweis, dem die Grünen gerecht werden wollten, so Schmitz. Ob er nun trotzdem Fraktionschef bleiben wird, und einer der Parteikollegen zu seinen Gunsten zurücktritt, wollte er gestern noch nicht sagen. „Das Thema werden wir nächste Woche auf der konstituierenden Fraktionssitzung diskutieren. Im Vorfeld wird es dazu Gespräche geben. Alles andere ist nicht spruchreif“, sagte Schmitz.

Parteikollege Schulz hatte jedoch schon im Vorfeld der Auslosung gegenüber unserer Zeitung gesagt, er gehe davon aus, dass Schmitz an der Spitze der Grünen bleibt.
 

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