Tunnel- oder Troglösung für die LSE

Jörg Evers
Jörg Evers

OfS-Fraktionsvorsitzender Jörg Evers wünscht sich eine Überwindung der Trennung von Dorf und Siedlung

shz.de von
04. Januar 2018, 16:02 Uhr

Schenefelds OfS-Fraktionsvorsitzender Jörg Evers (Foto) blickt im Interview zurück und voraus. Die Gründung von Stadtwerken hält er für zu risikoreich. Die OfS befürwortet eine überdachte Troglösung der LSE zwischen Osterbrooksweg und Kiebitzweg.


Frage: Was war Ihr persönliches Highlight 2017, Ihr schönster Moment?

Jörg Evers: Den gab es im privaten Bereich.


Wie lautet Ihr Fazit am Ende des Jahres?

Ein ebenso ereignisreiches wie arbeitsreiches Kalenderjahr geht zu Ende, aber die großen Themen der Schenefelder Politik wie Schul- und Straßensanierungen, Stadtkerngestaltung und so weiter sind jahresübergreifend und werden uns also weiterhin beschäftigen.


Welche wichtigen Initiativen Ihrer Fraktion sind 2017 gelungen?

Die „Regensteuer“ lehnen wir als OfS zwar kategorisch ab, haben aber trotzdem aktiv an der Ausgestaltung der Satzung mitgewirkt und konnten wichtige Änderungen zugunsten der Bürger einbringen. Zwischen Rathaus und „Stadtzentrum“ trennt die vierspurige Landesstraße das Stadtgebiet. Wir empfinden diese Trennung als sehr störend und wollen sie durch eine Tunnel- oder Troglösung so weit wie möglich reduzieren. Die LSE muss etwa zwischen Osterbrooksweg und Kiebitzweg abgesenkt und mit einem begehbaren (und bepflanzbaren) Deckel überdacht werden. In Hamburg wird so etwas im Bereich der A 7 im großen Stil gemacht. Wir konnten durchsetzen, dass zunächst ein Machbarkeitsgutachten erstellt wird. Bei einem Großbauvorhaben wurde auf Anregung der OfS vertraglich festgelegt, dass die Stadt ein Belegungsrecht für einen Teil der Wohnungen bekommt.

Gab es politische Fehlentscheidungen im Jahr 2017?

Die Gründung von Stadtwerken und der damit verbundene Ankauf aller Leitungen für Gas, Wasser und Strom halten wir derzeit für sehr risikoreich und nicht bezahlbar. Eine Mehrheit hat in der letzten Ratsversammlung beschlossen, 30 000 Euro für ein diesbezügliches Gutachten bereitzustellen. Wir wollen keine eigenen Stadtwerke in Schenefeld und halten diese Ausgabe für Verschwendung.

Wie wollen Sie den Stadtkern 2018 mitgestalten? Welche Projekte wollen Sie außerdem mit anschieben?

Die OfS macht sich für eine überdachte Troglösung der LSE zwischen Osterbrooksweg und Kiebitzweg stark. Nur so kann es in Schenefeld einen vernünftigen Stadtkern unter Einbeziehung des Rathauses und des Stadtzentrums geben.

Wie wollen Sie sich bei der Sanierung des Schulzentrums einbringen?

Bei der Sanierung der Schulen brauchen wir ein solides Konzept, wie es ein erfahrener Handwerker machen würde. Heute hört man nur Forderungen nach Fotovoltaik-Anlagen auf dem Dach. Man sollte sich zunächst um die Fundamente, Wände, Geschossdecken und Dachkonstruktionen kümmern. Erst danach kann man sich mit den „Extras“ befassen.


Wenn Sie eine Million Euro hätten, für welche Projekte würden Sie das Geld ausgeben?

Die OfS würde den Ausbau des Glasfasernetzes vorantreiben und das Ehrenamt bei den Vereinen und Verbänden der Stadt stärken.
Welche Noten würden Sie der Verwaltung geben?

Die Zusammenarbeit zwischen Politik und Verwaltung empfinde ich als harmonisch und konstruktiv. Als Note ausgedrückt: 2 plus.


Haben Sie einen guten Vorsatz für das neue Jahr?
Nein, ich habe keine Vorsätze und möchte lieber spontan entscheiden.

zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen