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Schenefeld : Theater AG des Gymnasiums zeigt ein neues Stück über Mobbing

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Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

„Besser die als ich“ - so ist der Name des neuen Stücks, das die Theater AG des Gymnasiums im Juks präsentiert. Zwei Aufführungen am Wochenende.

shz.de von
erstellt am 05.Sep.2014 | 10:00 Uhr

Schenefeld | „Ich hasse mein verdammtes Leben“, vertraut Maike ihrem Tagebuch an. An ihrer neuen Schule wird sie vom ersten Tag an gemobbt. Mitschüler üben Gewalt aus. Verbal. Körperlich. Maike sucht Hilfe. Maike braucht Hilfe, um eine Katastrophe zu vermeiden.

„Besser die als ich“: Die Theater AG des Gymnasiums hat gestern vor 200 Besuchern im Juks ihr neues Stück präsentiert. Alles andere als leichte Kost. Die jungen Darsteller zeigen das Leiden und die Ohnmacht des Opfers auf der einen Seite und die Freude und Macht der Täter auf der anderen Seite so intensiv und realistisch, dass eine beklemmende Atmosphäre entsteht, wenn nach einer Szene das Licht auf der Bühne kurz erlischt.

Ausgrenzung: Weil man anders ist. Anders denkt. Weil man andere Klamotten trägt. Die Schüler der achten bis 13. Klassen greifen ein Thema auf, das längst alle Bereiche der Gesellschaft durchdringt. Es wird gemobbt und ausgegrenzt – am Arbeitsplatz und auch an den Schulen. „Eigene Erfahrungen der Schüler sind mit in das Stück eingeflossen“, sagt Lucie Otto, die seit zwölf Jahren die Theater AG leitet. Zum ersten Mal hat das Team selbst ein Stück geschrieben – mit Musik von Jannis Brinker und dem Einsatz der Technik AG. Eine beachtliche Inszenierung, die professionell auf die Juks-Bühne gebracht wurde.

Imke Wynants spielt das Opfer Maike überzeugend. Mit hängenden Schultern, den Blick nach unten, dem fehlenden Selbstvertrauen. Sie wird gehänselt, gedemütigt, getreten, geschlagen und auf Facebook bloßgestellt. Monatelang. Ihre verzweifelte Suche nach Hilfe legt den Finger tief in die Wunde. Der Vater auf Karriere-Trip in China. Eine mit sich selbst beschäftigte Mutter. Eine wegschauende Klassenlehrerin, die dem Konflikt aus dem Weg geht, um ihre Ruhe zu haben. Ein Mitschüler, der das Unrecht erkennt, aber nicht handelt. „Besser die als ich“, sagt er sich. In diesen Szenen will das Stück aufrütteln und anklagen. Maike hat nur ihr Tagebuch. Als ihr auch das genommen wird, bringt sie sich um.

Aber so muss es nicht enden. Auch das zeigt die Theater AG. Maike will nicht länger Opfer sein. „Steh auf. Spuck’ die Pillen aus. Ein paar Arschlöcher sind kein Grund“, heißt es in dem Liedtext. Es gibt eine Lösung. Es gibt auch Hilfe. Aber du musst selbst etwas tun. Das ist die Botschaft, die die Mitschüler mit nach Hause nehmen. Das Erschreckende an dem Theaterstück: Der Mobbing-Fall Maike kann sich genau so an allen Schulen abspielen – heute, morgen und übermorgen. Die Zeit des Wegschauens ist längst vorbei.

Der Öffentlichkeit präsentiert die Theater AG das Stück am Sonnabend und Sonntag, 6. und 7. September. Beginn im Juks ist jeweils um 19.30 Uhr. Karten für die Abendveranstaltung gibt es zum Preis von sechs Euro im Sekretariat des Gymnasiums – Telefon: 040-83037230 – und an der Abendkasse.
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