Schenefeld : Streit um Rechtsabbieger entbrennt

Eine eigene Rechtsabbiegespur in die Industriestraße: Die Verkehrsbehörde des Kreises hält sie   weiter für nötig.
Eine eigene Rechtsabbiegespur in die Industriestraße: Die Verkehrsbehörde des Kreises hält sie weiter für nötig.

Kreis und Land bestehen auf Ausbau der Kreuzung an der Industriestraße. Stadt und Berlinovo wollen zusätzliche Spur knicken.

shz.de von
21. Juni 2014, 10:00 Uhr

Schenefeld | „Das sind doch Knalltüten.“ Grünen-Fraktionschef Mathias Schmitz wollte kaum glauben, was Schenefelds Bauamtschef Günther Leimert den Politikern da mitteilte. Der zusätzliche Rechtsabbieger von der Altonaer Chaussee in die In dustriestraße muss – Stand heute – doch gebaut werden. „Der Kreis hat den Antrag auf Aufhebung der Auflage abgelehnt“, sagte Leimert. Nicht nur der Kreis hält an der Abbiegespur fest. Auch das Land. Der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr hat laut Leimert eine Stellungnahme abgegeben. Tenor: Auf den Rechtsabbieger könne nicht verzichtet werden. Ein Schlag ins Kontor: Für die Stadt und für den Eigentümer des „Stadtzentrums“, Berlinovo. Beide Seiten wollten die Abbiegespur knicken, halten sich schlichtweg für überflüssig.

Rückblick: Der Rechtsabbieger war eine Auflage der Bauaufsichtsbehörde des Kreises für den 14 Millionen Euro teuren Anbau an den Einkaufstempel. Ein Verkehrsgutachten kam zu dem Ergebnis, dass er nötig ist, damit es zu keinen Rückstaus auf der Altonaer Chaussee, der viel befahrenen Landesstraße, kommt. Berlinovo müsste den Ausbau der Kreuzung bezahlen.

Doch bei der Stadt entstanden schnell erhebliche Zweifel, ob das Verkehrsaufkommen eine zusätzliche Abbiegespur rechtfertige. Die erwarteten Staus blieben aus. Laut Center-Management erfolgen nur 40 Prozent der Zufahrten zum Einkaufstempel über die Industriestraße. Berlinovo stellte beim Kreis den Antrag, die Auflage aufzuheben, und untermauerte dieses Ansinnen mit einer ergänzenden Verkehrsuntersuchung. Danach könnte sowohl der „Bestands- als auch der Prognoseverkehr ohne den Rechtsabbieger in guter Qualität abgewickelt werden“. Doch die vorgelegten Zahlen reichen dem Kreis und dem Land nicht aus.

Ein bisschen Hoffnung gibt es aber noch. Berlinovo könnte Widerspruch gegen die Entscheidung der Bauaufsichtsbehörde einlegen und ein weiteres Gutachten in Auftrag geben. Ohne Abbieger würde Berlinovo viel Geld sparen.

Auch die Stadt würde profitieren. Klares Bekenntnis: Die vierspurige LSE soll zurückgebaut und nicht noch weiter ausgebaut werden. Zudem könnte Schenefeld sich ein langwieriges Enteignungsverfahren sparen. Es geht nur um 35 Quadratmeter. Doch ein Grundstückseigentümer an der Industriestraße weigert sich hartnäckig, für den Rechtsabbieger seinen Grund und Boden an die Stadt zu verkaufen. Der Rechtsabbieger an der Altonaer Chaussee: Jetzt ist er endgültig zu einem Streitfall geworden.

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