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Racket-Center : Stimmungsvoller Graßhoff-Abend in Schenefeld

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Texte und Lieder aus der Spelunke. Gedichten und persönlichen Erinnerungen an den Schriftsteller.

Schenefeld | Unter der roten Laterne von St. Pauli / Kleine Möwe, flieg nach Helgoland / Nimm mich mit Kapitän: Frank Grünberg und Jan Timmermann kreierten beim Fritz-Graßhoff-Abend eine stimmungsvolle Atmosphäre – mit Liedern, Textvorträgen und der Präsentation zweier von Graßhoff gemalter Bilder. Der ehemalige Geschäftsführer von Terrabaltic und Graßhoff-Fan Jan Timmermann eröffnete den Abend. Timmermann erzählte von seinen Treffen mit Fritz Graßhoff (1913-1997) in Kanada - und schuf so einen persönlichen Rahmen in den Räumen der Sportwelt Schenefeld. „Es war eine wunderbare Begegnung“, erinnerte sich Timmermann. 50 Zuhörer lauschten ihm gebannt. Timmermann erwärmte sich bereits früh für das Werk Graßhoffs, einem der meist rezitierten deutschen Schriftsteller. Als der Schenefelder im Jahr 1980 seine Lyriksammlung „Die Halunkenpostille“ verlor, bedauerte er das zutiefst. Damals besaß Timmermann in Kanada eine Farm und erfuhr, dass Graßhoff in Kanada lebte. Der Zeichner, Maler, Schriftsteller und Schlagertexter war ausgewandert, weil sein Roman „Der blaue Heinrich“ 1980 in Deutschland kaum Beachtung fand. Es gelang Timmermann über seinen in der deutsch-kanadischen Kameradschaft tätigen Sohn, den Kontakt zum Schriftsteller herzustellen.

„Wir wurden sehr nett empfangen“, erinnerte sich der Schenefelder. Köstliche Mahlzeiten sowie Gänge durch Graßhoffs Garten waren Programm, als der Unternehmer den Schriftsteller in den Jahren 1990, 1991 und 1992 in dessen Haus am Ottawa-River besuchte. Beeindruckend: das Atelier im Haus mit unzähligen Bildern. Mit weiteren Vorträgen sorgten Grünberg, Karl-Hein Schoop und Michael Müller für einen kurzweiligen und vergnüglichen Abend. Die Gäste erfuhren, wie der Künstler Umstände der Zeit gekonnt in Gedichte und Lieder verpackte. Dabei beschrieb Graßhoff die Phase zwischen den Weltkriegen, seine Zeit bei der Wehrmacht sowie das unruhige Nachkriegsdasein.

„In den Whiskeykanzonen, Spelunkensongs, den Pintenballaden und Badewannenliedern besingt er sie, der Dichter und Bänkelsänger Fritz Graßhoff: die Huren und Zuhälter, Matrosen und Schieber, die Gauner und Beutelschneider, die Schlimmen und Arglosen – all jene, die im Schatten des Wohlstands leben und nichts weiter haben als Herz und Schnauze“, heißt es in der Halunkenpostille. Schenefelds Vorleser Frank Grünberg trug mehrere Texte und Gedichte vor.

Die Zuhörer stimmten in die von Schoop gesungenen Texte begeistert ein. Mit dem Lied „In Hamburg sagt man Tschüß“ sowie einer Spendenaktion zugunsten der Schenefelder Tafel endete der Gedenkabend an den Schriftsteller, der heute seinen anerkannten Platz in der deutschen Literatur gefunden hat.

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erstellt am 27.Apr.2015 | 12:04 Uhr

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