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„Schenefelder Zeitreise“ - Teil 1 : Steinhäuser für tote Schenefelder

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Vom ersten Grabstein bis zum „Stadtzentrum“: Obwohl sie eine junge Stadt ist, hat Schenefeld als Lebensraum eine aufregende Geschichte hinter sich.

shz.de von
erstellt am 04.Aug.2014 | 12:30 Uhr

schenefeld | Eine Zeitreise in Schenefeld? Wenn man nur nach der Existenz der Stadt geht, wäre diese Reise wohl eher ein Kurztrip. Aber auch wenn Schenefeld erst im Jahr 1972 die Stadtrechte erhalten hat – das Gebiet liegt in einem sehr alten Siedlungsraum.

Pfeilspitzen, Schaber und Äxte, Reste von Hünengräbern und Urnen: All dies zeigt, dass die Region schon in der Steinzeit ein beliebter Lebensraum war. Nach dem heutigen Stand der Wissenschaft gehört die Gegend mit großer Wahrscheinlichkeit zu den ganz alten Orten im heutigen Kreis Pinneberg. Heimatforscher Ingo Puder hat die gesamte Geschichte in der Schenefelder Chronik aufgearbeitet.

Zunächst zogen die Vorfahren der heutigen Schenfelder aber umher und jagten in der Gegend, schreibt er. Dass sie sesshaft wurden, erkennt man unter anderem daran, dass auch die Toten eine Behausung in Schenefeld bekamen. Zwischen Rathaus und Bürgerbüro liegt noch in einem Beet der uralte „Schalenstein von Schenefeld“. Er war vermutlich ein Deckstein einer Grabanlage. Seinen Namen erhielt er von den Mulden auf der Oberfläche, die noch heute zu erkennen sind. In der Jungsteinzeit kam der Brauch auf, solche Schälchengruben herzustellen. Vorgeschichtsforscher glauben, dass es damals nicht um die Schalen selbst ging, sondern um den Ritus, das Anfertigen.

Keine Tier- oder Menschenopfer

Möglicherweise wurden dabei Wünsche geäußert, für die man den Beistand der Ahnen herbeirufen wollte. Um Tier- oder gar Menschenopfer ging es bei der Bearbeitung jedenfalls nicht, heißt es in der Schenfelder Chronik – auch wenn das gern mal behauptet werde. Der Brauch verschwand in der Übergangszeit zur Bronzezeit (1800 bis 500 vor Christus). Wo der erste Hof, zu dem das Großsteingrab einst gehört haben könnte, liegt, lässt sich heute nicht mehr genau bestimmen. Auch der Zeitpunkt der Dorfbildung kann nur grob geschätzt werden. Er hat auf jeden Fall zwischen der ersten Hofanlage um 2500 vor Christus und der ersten urkundlichen Erwähnung Schenefelds im Jahr 1256 gelegen. Klar ist: Das Gebiet hat schon immer viele Menschen angezogen, weil es dort Ackerboden, Weideflächen und das Wasser der Düpenau gab.

Im Jahre 1111 ernannte Sachsenherzog Lothar von Supplinburg seinen Lehnsmann Adolf von Schauenburg (in Niedersachsen und Westfalen Schaumburg genannt) zum Nachfolger des im Kampf gegen Slawen gefallenen Grafen Gottfried von Hamburg. Damit begann die Ära der Schauenburger, die 348 Jahre lang die Geschicke Holsteins, und damit auch Schenefelds prägen sollte – bis das das Land dann unter dänische Herrschaft geriet und sich das Schicksal für Schenefeld abermals wandelte.

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