Schenefeld : Stegner kritisiert Pegida scharf

Der Bundestagsabgeordnete Ernst Dieter Rossmann (SPD) ehrt Monika Stehr.
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Der Bundestagsabgeordnete Ernst Dieter Rossmann (SPD) ehrt Monika Stehr.

Willy-Brandt-Medaille für erste Stadträtin Monika Stehr. Bürgermeisterin Christiane Küchenhof für 25-jährige Mitgliedschaft geehrt.

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05. Januar 2015, 10:00 Uhr

Schenefeld | „Wie kann ich schöner ins Jahr starten als bei meiner Lieblingsbürgermeisterin?“, fragte Ralf Stegner, stellvertretender Bundesvorsitzender der SPD und Vorsitzender der Landtagsfraktion gestern bei den Schenefelder Genossen. Der Landtagsabgeordnete ließ es sich nicht nehmen, Bürgermeisterin Christiane Küchenhof persönlich für ihre 25-jährige Parteizugehörigkeit auszuzeichnen. „1989 als du eingetreten bist, war ein denkwürdiges Jahr“, erinnerte Stegner an den Mauerfall.

„Ihr beide habt mit großem Herzen Großes für Schenefeld geleistet“, bedankte sich Gerhard Manthei, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Schnefeld bei Küchenhof und Monika Stehr. Die 63-Jährige wurde mit der Willy-Brandt-Medaille, der höchsten Auszeichnung innerhalb der SPD ausgezeichnet. Stehr ist seit 2008 erste stellvertretende Bürgemeristerin, erste Stadträtin, Vorsitzende des Sozialausschusses und Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Kindertagesstätten. „Du hast dich nicht nur aktiv um die Belange der Bürger gekümmert, sondern dich auch immer wieder aktiv für die Sozialdemokratie eingesetzt“, sagte Ernst Dieter Rossmann. Der SPD-Bundestagsabgeordnete hob vor allem das Engagement von Stehr im Bereich der Kindertagesstätten hervor.

„Diese Auszeichnung bedeutet mir besonders viel“, sagte Stehr und ergänzte: „Denn ich bin ein Willy-Brandt-Kind.“ Als dieser erstmals als Bundeskanzler kandidierte, habe sie einen Button mit dem Aufdruck „Wählt Willy“ getragen. Einen Tag später habe ihre Kollegin einen CDU-Button getragen. „Damals habe ich mir gesagt, dass ich nicht nur Mitglied sein und Beitrag zahlen will, sondern mich aktiv einbringen und an der Parteiarbeit beteiligen will“, sagte Stehr. Auch Manthei fand abschließend lobende Dankesworte: „Euch beide zeichnet der Mut aus. Mut, hinzuschauen und unbequem zu sein, wenn andere wegschauen.“

Mut forderte auch Stegner ein: „Es gibt keinen Grund gegen Flüchlinge zu demonstrieren.“ Deutschland könne als reiches Land die Nöte der Flüchtlinge lindern und es sei für ihn unverständlich, warum in Deutschland Angst geschürt werde. Vor allem in Sachsen. „Die Wahrscheinlichkeit, dort auf jemanden zu treffen, der dem Islam angehört, ist doch geringer als vom Blitz getroffen zu werden“, sagte Stegner. Nach einem Rauchbomben-Anschlag auf ein Asylbewerberheim im schleswig-holsteinischen Grabau (Kreis Stormarn) sagte Stegner scharf: „Pegida trägt dort eine Mitverantwortung. Wer Stimmung gegen Flüchtlinge macht und damit ein Klima der Intoleranz schafft, trägt dazu bei, dass so etwas passiert.“

Die Willy-Brandt-Medaille (auch: „Gedenkmünze Willy Brandt“) ist eine selten vergebene Auszeichnung der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD). Die nach dem ehemaligen Bundeskanzler und Friedensnobelpreisträger Willy Brandt benannt Ehrung ist die höchste Auszeichnung, die die Partei an ihre Mitglieder vergibt. Die SPD ehrt damit seit 1996 Mitglieder, die sich „um die Sozialdemokratie in besonderer Weise verdient gemacht haben“. 
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