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Schenefelder Tageblatt

19. August 2017 | 06:00 Uhr

Stadtkern: Enteignung verboten

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

CDU und BfB lenken ein: Alle Schenefelder Parteien unterstützen das Konzept für eine große Lösung / Bürgerentscheid vom Tisch

Der Traum von einem echten Stadtkern: Wochenlang spaltete das vorgelegte Konzept Schenefelds Politik. CDU und BfB lehnten die Pläne rigoros ab, wollten nur südlich der LSE im Rathausumfeld tätig werden. Die BfB wollte gar einen Bürgerentscheid auf den Weg bringen, um das Großprojekt zu stoppen. Die Christdemokraten verlangten den Ausstieg aus dem Förderprogramm. Doch nach einem „Elefanten-Treffen“ im Rathaus mit den Fraktionschefs und Bürgermeisterin Christiane Küchenhof hat Schenefeld seinen Stadtkern-Frieden geschlossen. Es geht wie geplant weiter – und alle Parteien sind wieder mit im Boot. „Mir ist es sehr wichtig, dass es eine breite Mehrheit für dieses große Projekt gibt“, betonte Küchenhof gestern. Der Stadtkern werde schließlich für die Bürger geschaffen.

Auf folgende Voraussetzungen konnten sich die Verantwortlichen verständigen: Enteignungen wird es nicht geben – auch dann nicht, wenn eine Sanierungssatzung erlassen wird, der der Stadt diese rechtliche Möglichkeit einräumt. Das war vor allem den Christdemokraten wichtig. Mit den ansässigen Gewerbetreibenden, besonders in der Industriestraße, soll ein behutsamer und sorgsamer, kein stringenter Umgang gepflegt werden. Für eventuelle Betriebsverlagerungen wird es einen zeitlichen Puffer von fünf bis acht Jahren geben. Dann soll auch das neue Gewerbegebiet am Osterbrooksweg als Alternative zur Verfügung stehen. Einvernehmen wurde auch darüber erzielt, dass mit dem Bau des Bürgerzentrums im Bereich des Holstenplatzes 7 – Standort des jetzigen Bürgerbüros – begonnen wird, sollte es nicht gelingen, die benachbarten Grundstücke am Holstenplatz zu kaufen. Das Gebäude wird dann so gestaltet, dass ein späterer „Lückenschluss“ möglich ist. Laut Verwaltungschefin laufen die Gespräche mit den Grundstückseigentümern weiter. „Für das Bürgerzentrum werden wir jetzt ein Flächenprogramm aufstellen“, sagte Küchenhof.

Das Gebäude soll zum pulsierenden Herzen des neuen Zentrums werden. Stadtbücherei, Bürgerbüro, Volkshochschule und Sozialberatung könnten hier eine neue Heimat finden. Der Gebäudetrakt wird eine Tiefgarage enthalten.

Der Timmermannsweg wird ein Stück nach Süden verlegt, so dass die Straße direkt auf die Begegnungsstätte führt. Vorteile: Der Einmündungsbereich zum Osterbrooksweg wird entschärft und mehr Ordnung und mehr Platz in diesem Bereich geschaffen. Auch darüber konnten sich die Fraktionschefs verständigen. 29 Hektar umfasst das Untersuchungsgebiet. Das beauftragte Planungsbüro hat vorgeschlagen, ein 14,3 Hektar großes Sanierungsgebiet auszuweisen. Wohnen, Gewerbe, Gastronomie, öffentliche Einrichtungen: Die Investitionskosten für Schenefelds neuen Kern liegen bei zirka 20        Millionen Euro. Zwei Drittel der Kosten tragen Bund und Land, den Rest die Stadt.

BfB-Chef Manfred Pfitzner stellte gestern klar, dass die Wählervereinigung einen Bürgerentscheid nicht weiter verfolgen werde. Wichtig sei, das Bürgerzentrum schnell zu realisieren. „Nur für das Bürgerzentrum hätten wir aber keine Zuschüsse erhalten.“ Die BfB geht jetzt doch den Weg mit, auch nördlich der LSE den Stadtkern zu entwickeln. „Die Situation an der Industriestraße sieht wirklich nicht schön aus“, räumte Pfitzner ein.

Die CDU hatte erst im Februar ein eigenes Stadtkern-Konzept öffentlich präsentiert. Eigene Grundstücke. Eigenes Geld. Eigener Zeitplan, lauteten die Forderungen. Davon ist die Partei jetzt abgerückt.

Fraktionschefs, Bürgervorsteherin und Bürgermeisterin sind sich nach dem Treffen einig: „Das ist eine gute Entscheidung für die Stadt Schenefeld und ihre Bürger und eine Riesenchance, um endlich einen attraktiven Stadtkern entwickeln zu können.“



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erstellt am 20.Apr.2016 | 16:52 Uhr

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