Second-Hand-Laden in der Lornsenstraße : Sozialminister Heiner Garg (FDP): „Ein Glücksgriff für die Region“

Sozialminister Heiner Garg (von rechts), Glücksgriff-Chefin Ingrid Pöhland sowie Bürgermeisterin Christiane Küchenhof (SPD) und einige der 53 ehrenamtlichen Helferinnen des Second-Hand-Ladens.
Sozialminister Heiner Garg (von rechts), Glücksgriff-Chefin Ingrid Pöhland sowie Bürgermeisterin Christiane Küchenhof (SPD) und einige der 53 ehrenamtlichen Helferinnen des Second-Hand-Ladens.

Derschleswig-holsteinische Sozialminister besucht die soziale Einrichtung in Schenefeld und zeigt sich beeindruckt.

shz.de von
10. August 2018, 12:00 Uhr

Schenefeld | Sozialminister Heiner Garg (FDP) kam zu einer günstigen Zeit: Es war fast leer im „Glücksgriff“ in der Lornsenstraße 86 in Schenefeld. „Manchmal ist hier Gedränge“, berichtet Ingrid Pöhland. Sie hat den Second-Hand-Laden vor neun Jahren ins Leben gerufen. Seitdem schwingt sie hier das Zepter. Das Geschäft dient der Finanzierung gemeinnütziger Projekte des Trägervereins „Glücksgriff - Der soziale Kreislauf e.V.“.

Der Minister machte im Zuge seiner Sommertour in Schenefeld Station. Beim „Glücksgriff“ war er schon früher mal zu Besuch, den Laden in der Lornsenstraße kannte er aber noch nicht. Und er geriet schnell ins Staunen: Eine so perfekte Ordnung der Auslagen habe er in einem Gebrauchtwarenladen nicht erwartet. Kinderspielzeug, Geschirr und Besteck, Tisch oder Bettwäsche, Bekleidung und Schuhe, für alles gab es eine eigene Abteilung und jedes Stück war so gut ausgezeichnet, dass Kunden fanden, was sie suchten, ohne wühlen zu müssen. „Eine Wühlkiste haben wir natürlich auch, aber immer erst nach Ladenschluss draußen vor dem Schaufenster“, sagt Pöhland und lacht. 

53 ehrenamtliche Helferinnen

Auf 53 ehrenamtliche Helferinnen kann Pöhland sich verlassen. Und sie ist voller Lob für ihr sehr engagiertes Team: „Schwerarbeit ist das, was hier ohne Bezahlung geleistet wird“, stellt sie heraus.

Das beginnt mit der Annahme der gestifteten Ware. Alles muss gründlich inspiziert, gesäubert, etikettiert und dann in mehreren angemieteten Lagerräumen verstaut werden. Von dort geht es dann nach und nach weiter in die Regale der beiden Läden. Die Spendenbereitschaft der Bevölkerung sei sehr groß, lobt Pöhland, räumt aber zugleich ein: „Leider kriegen wir auch viel Abfall. Manche Leute verwechseln uns wohl mit der Müllkippe.“ Das gelte ganz besonders für Elektronik: „Was wir an Computern reinkriegen, das ist so alt, das will kein Mensch mehr haben.“ Für das Entsorgen gehe dann eine ganze Menge Geld drauf.

Viel Zeit für Schulung

Und auch das Verkaufen hat seine Tücken. „Sie glauben gar nicht, wie ruppig manche Kunden sich benehmen“, erzählt die „Glücksgriff“-Chefin dem Minister. Und selbst hier, in einem Second-Hand-Laden mit lauter kleinen Preisen, sei Ladendiebstahl ein Problem. Deshalb verwendet Pöhland viel Zeit auf die Schulung ihrer Truppe.

Mit dem erwirtschafteten Gewinn finanziert der Verein zahlreiche Projekte. Wöchentlich werden an die Schenefelder Schulen 200 Kilogramm Äpfel geliefert. An der Gemeinschaftsschule wird ein Kochkursus „Gutes Essen“ angeboten. Hier gibt es auch das „Kleine Modeatelier“. Bis zu 15 Kinder lernen da, wie man eigene Kleidung näht. An den beiden Grundschulen ermöglicht der Verein den Kindern zusätzlichen Unterricht zu den Themen Gewaltprävention, Suchtprävention, Körperhaltung, gesunde Ernährung. Kinder aus der Partnerstadt Luninez, Weißrussland, erhalten vom „Glücksgriff“ Taschengeld und Kleidung, wenn die Stadt sie im Sommer zu einem dreiwöchigen Ferienaufenthalt in St. Peter-Ording einlädt. Auch das Integrationsprojekt „Kräla“ im Krähenhost und die Schenefelder Tafel profitieren vom Glücksgriff. „Dieser Verein ist ein Glücksgriff für die ganze Stadt – wenn nicht sogar für die ganze Region“, beurteilt enthusiastisch Bürgermeisterin Christiane Küchenhof (SPD) Pöhlands Unternehmungen, ehe Minister Garg zum nächsten Stopp seiner Tour weiterreist.

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