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Schenefelder Tageblatt

11. Dezember 2017 | 22:19 Uhr

Schenefeld : Sozial-Schmarotzer trifft Beamten

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Das Theater Schenefeld begeistert mit der amüsanten Verwechslungskomödie „Cash und Ewig rauschen die Gelder“ im Forum.

shz.de von
erstellt am 12.Mai.2014 | 10:00 Uhr

Schenefeld | Die Themen Sozialbetrug, Arbeitslosigkeit und der geschröpfte Sozialstaat treffen den Nerv der Zeit – und wie wohltuend ist es da, ausnahmsweise mal zum Lachen angeregt zu werden. Beim Stück „Cash und Ewig rauschen die Gelder“ unter der Regie von Hans Jürgen Heller, laufen die Darsteller zu Höchstform auf.

Die Farce von Michael Cooney hatten Theaterchef Michael Matthiesen und Team auch vor dem Hintergrund der im August bevorstehenden 30. Gastspielreise nach Helgoland ausgewählt. „Wir haben den Helgoländern mal versprochen, mit einem lustigen Stück rüberzukommen“, erläuterte Theater-Chef Michael Matthiesen.

Der Vorhang öffnete sich – und präsentiert wurde dem Zuschauer ein Bühnenbild mit viel Liebe zum Detail. Für den typisch englischen Chic sorgten geblümte Sessel, Antik-Kommode, ein Telefonzellen-Bild sowie Kissen mit Motiven der englischen Königin. Auch hinter den Fensterfronten zeichneten sich die typisch britischen Kalksteingebäude ab.

Rasant entwickelte sich die Handlung und es folgte Pointe auf Pointe. Den Schauspielern war die Freude am temporeichen Spiel in den zwei Stunden sichtlich anzumerken. Mit nicht nachlassendem Ideenreichtum versuchte Eric Swan seinen Kopf aus der sozialen Schlinge zu ziehen, in der er sich scheinbar völlig unverschuldet verfangen hatte. Seine bereits zwei Jahre währende Arbeitslosigkeit hatte Eric bislang erfolgreich vor seiner Frau verbergen können. Mit dem Arbeitslosengeld eines ausgewanderten Untermieters, der Swan seine Bezüge überlassen hat, begann dessen Sicherung seiner Existenz. Die Situation eskaliert, als ein Sozialamtsmitarbeiter vorbeischaut, um sich nach der Gesundheit des Untermieters zu erkundigen und so ergibt ein Bescheid den anderen. Swans Anträge füllen bereits einen Ordner, als er versucht, diese Karriere zu beenden.

Bei knallenden Türen entwickelt sich die herrlich-komische Verwechslungs- und Verwandlungskomödie. Es agieren hysterische Ehefrauen, erfundene Leichen, ein betrunkener Beamter, ein verklemmter Sexualberater sowie eine aufopferungsvolle Ehrenamtliche.

Der abwechslungsreiche Abend war sicherlich auch der langjährigen Theatererfahrung des Teams zu verdanken. Johannes Laakmann spielt den ungewollt witzig erscheinenden Swan. Ebenso stark präsentieren sich Gerrit Meyer-Haack als überrumpelter Norman Bassett, der sich gegen die ihm von Swan zugedachten Rollen heftig wehrte, um sich wenig später gekonnt cholerisch seinem Schicksal zu fügen. Auch der 80-jährige Wolfgang von der Heide glänzt als penetranter, dem Alkoholgenuss nicht abgeneigter Mr. Jenkins.

Für weitere Aufführungen am Freitag, 16 Mai, und Sonnabend, 17 Mai, jeweils um 19.30 Uhr und Sonntag, 18. Mai, 18 Uhr gibt es noch Karten unter der Telefonnummer (0 41 01) 6 061 41 oder online unter www.theater-schenefeld.de
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