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Theater Schenefeld : So viel Sams-Spaß muss sein

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Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Das Theater Schenefeld präsentierte im Forum ein rasantes und lustiges Weihnachtsmärchen. Die kleinen Zuschauer waren von der Darbietung begeistert.

shz.de von
erstellt am 10.Dez.2013 | 12:00 Uhr

Passanten scharren sich aufgeregt um ein kleines, dickliches Wesen mit roten Haaren. „Nein, es ist kein Schwein“, ruft ein Schaulustiger spontan. Doch als Herr Taschenbier (Johannes Laakmann) das sommersprossige Etwas erblickt, gelingt es ihm, die merkwürdige Erscheinung zu identifizieren. Für ihn ist klar: „Es ist ein Sams.“ Für seinen Scharfsinn belohnt ihn das merkwürdige Wesen (gespielt von Birte Giesel) sofort. Es adoptiert den Junggesellen als Papa und dessen ruhiges Leben ist dahin. Doch bald will er es nicht mehr anders haben.

Regisseur trifft ins Schwarze

Obwohl „Xaver“ am Premierennachmittag noch sein Unwesen trieb, erschien das Publikum beim diesjährigen Weihnachtsstück des Theaters Schenefeld zahlreich. Fast alle Plätze im Forum waren besetzt, als sich der Vorhang öffnete. Mit dem Kinderbuchklassiker von Paul Maar „Eine Woche voller Samstage“ traf das Team um Laura und Michael Matthiesen (Regie) ins Schwarze. Birte Giesel als quirliges, freches Sams und Johannes Laakmann als schüchterner Herr Taschenbier brillierten. Besonders die jüngeren Zuschauer konnten sich vor Begeisterung kaum auf den Sitzen halten.

Der Erzähler Hendrik Löwenberg führte geschickt in die Handlung ein und schnell war klar: Wenn am Sonntag die Sonne scheint, am Montag Herr Mon zu Besuch kommt, am Dienstag Dienst und am Mittwoch Mitte der Woche ist, wenn es am Donnerstag donnert und am Freitag frei ist − dann kommt am Samstag das Sams: ein freches Wesen mit blauen Punkten im Gesicht, und jeder ist für einen Wunsch gut.
Für ein kreatives Bühnenbild sorgten Michael Matthiesen und Manfred Laudan. Die im nostalgischen Stil gemalte Bühne mit Café und vielen weiteren Geschäften ließ sich beiseite schieben: Der Blick wurde frei auf das im 60er Jahre Stil eingerichtete Junggesellenzimmer von Herrn Taschenbier.

Mit wenigen Utensilien wie Garderobenständer, Tischen und leuchtenden Kleidern verwandelte sich das Zimmer später in ein Kaufhaus. Schließlich wurde aus dem Geschäftshaus mithilfe von Bänken und Tafel wiederum ein anderer Schauplatz: das Klassenzimmer von Studienrat Groll (Karsten Schmidt) und seinen Schülern.

Das Sams kann niemand zähmen

Fantasievoll gestaltet präsentierte sich die von Herrn Taschenbier herbeigesehnte Wunschmaschine mit zahlreichen Punkten und bunten Röhren. Doch nicht nur die Hauptdarsteller überzeugten: Andrea Matthiesen spielte eine wunderbar aufbrausende und zickige Frau Rotkohl. Für Gelächter sorgte ihr Auftreten besonders, als sich ihre empörten Sätze – nach Verzauberung durch das Sams – ins Gegenteil verkehrten. Wie der Vermieterin gelang es auch Lehrer Groll nicht, das aufmüpfig-reimende Sams zu zähmen. Allen Mitwirkenden war die Freude am Spielen anzumerken.

Reizvoll: Die kindgerechte Inszenierung ist nicht nur ein wundervolles Märchen, sondern weist auch viele Bezüge zur Realität auf. Es geht um Selbstbewusstsein, aber auch um fehlendes Selbstbewusstsein, um Probleme von Kindern mit der Erwachsenenwelt. Im Mittelpunkt stehen Konflikte, die es so wohl in jedem Kinderleben gibt.

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