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Leitbild-Entwurf : So soll das Schenefeld der Zukunft aussehen

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Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Reichlich Gezeter im Ratssaal: Die heiß diskutierten Ergebnisse der Arbeitsgruppe wurden der Öffentlichkeit vorgestellt. Im Dezember soll die Politik darüber entscheiden.

shz.de von
erstellt am 25.Okt.2013 | 12:00 Uhr

Egal ob die Auswahl der Teilnehmer, der Ausschluss der Öffentlichkeit oder der Streit um ein einzelnes Wort: Die „Schlachten“ der vergangenen 18 Monate zwischen Leitbild-Moderator Berend Harms und der Bürgerinitiative „Wohnqualität im Grünen“ flammte am Mittwochabend im Ratssaal während der Einwohnerversammlung noch einmal kurz auf. Doch das Gezeter ging nicht wenigen der 47 Bürger auf den Geist. Die wollten wissen, was jetzt mit dem vorgelegten Leitbildentwurf der Arbeitsgruppe passiert. Wie verbindlich die erarbeiteten Zukunftsvisionen sind.

Fest steht: Jetzt ist die Politik am Zug. Sie wird den Entwurf beraten, gegebenenfalls ändern – und dann am 12. Dezember im Rat verabschieden.Harms wies darauf hin, dass nur Ziele, keine konkreten Maßnahmen formuliert wurden. „Das Leitbild ist eine Orientierung für die Entscheider für die kommenden Jahrzehnte. Wenn sie davon abweichen, müssen sie dies wenigstens gut begründen.“ Das Leitbild wurde bis auf den Knackpunkt Bauvorhaben in den jetzigen Landschaftsschutzgebieten (wir berichteten) im Konsens verabschiedet. Das sind die Kernaussagen zu den verschiedenen Punkten:

  • Partizipation: Die Bürger sollen frühzeitig an Entscheidungsprozessen beteiligt werden. Sie sollen relevante Informationen erhalten, um selbst initiativ zu werden.
  • Demographie: Barrierefreiheit ist das Schlüsselwort für eine zunehmend alternde Gesellschaft.
    Wohnen: Bezahlbare und barrierefreie Wohnungen sollen geschaffen werden. Schenefeld benötigt einen Behindertenbeauftragten.
  • Umwelt, Grünflächen: Der Qualität und der Quantität des Grüns kommt eine entscheidende Bedeutung zu. Mit dem grünen Ring soll ein weitgehend straßenunabhängiges Wegenetz geschaffen werden. Für Bauvorhaben sollen/dürfen (Dissens) keine Grünflächen in Anspruch genommen werden.
  • Energie: Der Einsatz von Primärenergie soll bis zum Jahr 2050 halbiert, der Anteil erneuerbarer Energien auf 80 Prozent gesteigert werden. Die Gründung eigener Stadtwerke wird geprüft.
  • Kinder und Jugendliche: Allen Kindern und Jugendlichen sollen gute Entfaltungs- und Entwicklungsmöglichkeiten geboten werden. Ein besonderes Augenmerk gilt sozial benachteiligten Familien.
  • Soziales und Gesundheit: Die ärztliche Versorgung soll erhalten werden. Sozialstation und Freiwilligen Forum sollen gefördert werden.
  • Kultur, Freizeit, Sport: Für künftige Sportangebote sind neue Sportstättenstandorte zu entwickeln. Schenefeld versteht sich als Stadt des Sports und unterstützt Vereine finanziell. Kulturelles Leben gehört zu einer hohen Lebensqualität. Sie wird gefördert.
  • Kommunale Finanzen: Die Verschuldung wird abgebaut. Investitionsentscheidungen werden auf ihre langfristigen finanziellen Konsequenzen geprüft.
  • Wirtschaftsstandort: Schenefeld soll auch in Zukunft attraktiv für Investoren sein.
  • Mobilität, ÖPNV: Bis 2020 sollen 25 Prozent aller Fahrten innerhalb der Stadt mit dem Fahrrad erfolgen. Es soll geprüft werden, welche Rückbaumöglichkeiten für die LSE bestehen. Das ÖPNV-Angebot soll verbessert werden. Es wird eine umsteigefreie Verbindung in Richtung Hamburg angestrebt (Stadtbahn).
  • Stadtkern: Dorfbildprägende Strukturen sollen erhalten werden. Im Bereich Stadtkern Süd soll ein Zentrum entstehen.
    Einkaufsmöglichkeiten: Kaufkraft soll stärker am Ort gebunden werden. Ortsnahe Versorgung mit kleineren Ladeneinheiten für den täglichen Bedarf wird unterstützt. Der Stadtkernbereich wird als Standort für Dienstleistungen, Unterhaltung, Kommunikation und Gastronomie weiterentwickelt.
  • Wissenschaft: Durch XFEL wird die Stadt zum Wissenschaftsstandort von internationaler Bedeutung. Forschungseinrichtungen und Betriebe sollen hier einen Standort finden. Es wird eine Kooperation mit den Schulen angestrebt.
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