So schön kann Graffiti sein

Legal ist schöner: Die Sprayer konnten sich diesmal an der Alten Landstraße verewigen.
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Legal ist schöner: Die Sprayer konnten sich diesmal an der Alten Landstraße verewigen.

Fernwärmestation an der Alten Landstraße: Kinder- und Jugendbeirat kooperiert erneut mit dem Juks-Team

shz.de von
26. Mai 2015, 09:38 Uhr

Illegale Graffiti-Schmierereien tauchen im Stadtbild immer öfter auf. Auch die neue Fernwärme-Übergabestation an der Alten Landstraße war betroffen. Doch genau die erstrahlt jetzt in einem ganz neuen Graffiti-Licht. Der Kinder- und Jugendbeirat hat gemeinsam mit Jörg Wilcke und Alica Levenhagen vom Juks das legale Graffiti-Projekt in Schenefeld umgesetzt. „Damit wollen wir wildes Graffiti in der Stadt ein Stück weit verhindern“, sagt Wilcke. Die Schmierereien seien ein Ärgernis.

Vier Tage lang haben Jugendliche gemeinsam mit den beiden Hamburger Street-Art-Künstlern „Tona“ und „phanc“ Motive entworfen und anschließend künstlerisch umgesetzt. 5000 Euro hat die „Schönheitskur“ für das Gebäude gekostet. Die Wärmeversorgung Schenefeld hat sich bereit erklärt, den Betrag zu 100    Prozent zu übernehmen. Die Stadt ist einer der beiden Gesellschafter. Die Idee wurde im Sozialausschuss geboren.

Schenefelds Bürgermeisterin Christiane Küchenhof zeigte sich von der Arbeit der Jugendlichen begeistert. „Das ist auch künstlerisch ganz wunderbar geworden“, schwärmt die Verwaltungschefin – und sie versprach, dass die Stadt auch in Zukunft nach Flächen gucken werde, die sich für solche Projekte eignen. „Das war nicht die letzte Aktion“, sagt Küchenhof.

Mit legaler Graffiti gegen illegale Schmierereien: Seit Jahren setzt die Stadt in Kooperation mit dem Juks auf diese Strategie. Die beiden Tunnel am Kiebitzweg und und an der Altonaer Chaussee wurden schon verschönert, ebenso die alte Betonwand am Juks. Jetzt folgte das vierte Projekt.

Wilcke, er ist auch als Streetworker auf Schenefelds Straßen im Einsatz, lobte das Engagement und die Motivation der Jugendlichen. „Es geht bei diesem Projekt auch um Respekt und Anerkennung für sich selbst und anderen gegenüber.“

Während der „Sprüharbeiten“ an der Alten Landstraße erhielten die Jugendlichen viel Lob von den Schenefeldern. Tenor: Endlich kommt der Schandfleck weg. Ein Bürger allerdings glaubte, illegale Sprayer ertappt zu haben und machte daraus auch verbal keinen Hehl. Minuten später tauchte dann sogar die Polizei auf – um festzustellen, dass in dieser Stadt auch legale Sprayer am Werk sind – und ihr Handwerk richtig gut verstehen.

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