Erdbeben in Nepal : Sie überbringt die Spende persönlich

Birgit Peters, Kassenwartin des „Glücksgriffs“, fliegt am 1. August in die Erdbeben-Region Sindhupalchok.
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Birgit Peters, Kassenwartin des „Glücksgriffs“, fliegt am 1. August in die Erdbeben-Region Sindhupalchok.

Birgit Peters vom „Glücksgriff“ in Schenefeld reist nach Nepal, um Hilfsgüter persönlich abzuliefern.

shz.de von
22. Juli 2015, 10:00 Uhr

Schenefeld | Es ist ein einmaliges Vorhaben. Birgit Peters hat so etwas vorher noch nicht gemacht. Die Kassenwartin des sozialen Vereins „Glücksgriff“ reist nach Nepal, um Spenden zu überbringen. Am 1. August geht der Flieger. Den wird Peters aber nicht allein besteigen. Ebenfalls mit an Bord sein werden Ingrid Pöhland, Vorsitzende des Vereins, und John Tamang. Die Spende ist bereits unterwegs: Der Container mit den Hilfsgütern soll in Nepal sein, wenn die drei Schenefelder dort eintreffen. Sie sorgen vor Ort persönlich dafür, dass die Hilfsgüter bei den Menschen ankommen.

Mehr als 8800 Tote und etwa 22.000 Verletzte: Das ist die Bilanz zweier Erdbeben, die das Himalaya-Land im April und Mai erschütterten. Etwa eine halbe Million Häuser wurde zerstört, ebenso wichtige Teile der Infrastruktur in Nepal. Eine Kundin des „Glücksgriff“-Geschäfts an der Lornsenstraße fackelte nicht lange. Sie wollte helfen. Gemeinsam mit ihrem Nachbarn John Tamang, der aus Nepal stammt, sprachen sie Ingrid Pöhland an. Die „Glücksgriff“-Chefin zögerte nicht. Die Idee reifte, die Menschen in der Region Sindhupalchok, die besonders von dem Beben betroffen war, mit Spenden zu unterstützen.

Seitdem kennt die Hilfsbereitschaft der Schenefelder keine Grenzen: „Wir haben inzwischen weit über 10.000 Euro erhalten“, sagt Peters. Und Tonnen an Sachspenden. Schlafsäcke, Zelte, Kleidungsstücke, Schuhe, Rucksäcke, Verbandszeug – es habe allein vier Wochen gedauert, die Hilfsgüter für den Zoll aufzulisten, erzählt Gerd Fiebig, stellvertretender Vorsitzender des „Glücksgriffs“.

Am 11. Juni schickte der Verein einen Container mit 20 Tonnen Hilfsgütern los. Ein weiterer ist in Planung. Spenden werden nicht mehr benötigt. Der Container hat das indische Kalkutta über den Seeweg bereits erreicht, kommende Woche soll er per Landweg in Kathmandu ankommen. Die etwa 6500 Kilometer entfernte nepalesische Hauptstadt ist auch das Ziel von Pöhland, Peters und Tamang. Von dort aus geht es weiter nach Sindhupalchok. Eine Woche verbringen sie dort. Die Kosten tragen sie selbst. „Wir stellen auf diese Weise sicher, dass die Hilfe bei den Menschen ankommt, für die sie gedacht ist“, sagt Peters. Die Schenefelder seien deshalb so großzügig, weil sie die Spenden persönlich überbrächten, sagt sie.

Besonders bewegt hat das „Glücksgriff“-Team das Engagement zweier Kinder. Sie sammelten an ihrer Schule 1500 Euro. Das Geld soll vor Ort in Reis investiert werden. „Das habe ich den beiden versprochen“, sagt Peters. Für das „Glücksgriff“-Team ist diese Aktion besonders. Ihre Hilfe kam bisher nur Schenefeldern zugute. Aber das Team beweist, dass es selbst internationale Hilfe stemmen kann. Und diese Bereitschaft, Notdürftige zu unterstützen, macht nicht vor den Toren Schenefelds Halt.

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