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Schenefelder Tageblatt

20. Oktober 2017 | 04:21 Uhr

Schenefeld : Sie tragen Lupila im Herzen

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

35 Jahre Hilfe für ein Dorf in Tansania: Gisela Reiniger und Sabine Zeuner engagieren sich in der Paulskirche.

shz.de von
erstellt am 31.Jan.2014 | 16:00 Uhr

Lupila, dieses kleine Dorf am Ende der Welt. In Gedanken sind Gisela Reiniger und Sabine Zeuner ganz oft bei den Menschen in Tansania. Zurzeit sammeln die beiden Schenefelderinnen Geld für Doppelstockbetten. „Die sind für den Mädchenschlafsaal in der Secondary School“, sagt Reiniger. Ein Doppelstockbett kostet 60 Euro – ohne Matratze. Für 25 Betten haben sie das Geld zusammen. 67 sollen es werden. „Dieses Projekt wird uns das ganze Jahr über begleiten“, betont Zeuner.

Reiniger, Zeuner und Britta Gosch bilden das aktuelle Tansania-Team. Die Partnerschaft zwischen Lupila und der Schenefelder Paulskirche besteht seit 35 Jahren.

Hilfe für Lupila: Die Kirche der evangelischen Gemeinde wurde saniert und vergrößert. Dächer auf Gebäude gesetzt. Kleider gesammelt. Nahrungsmittel gekauft. Die Ausbildung junger Menschen und Toilettenhäuser für die Grundschule finanziert. Die alte Wasserleitung wurde saniert und erweitert. „Zur Einweihung im vergangenen Jahr war sogar der Minister da“, sagt Reiniger. Sie war – ebenso wie Zeuner – schon zweimal für mehrere Wochen in Lupila, diesem 2000-Seelen-Dorf in den Bergen. Die Schönheit der Landschaft hat die 75-Jährige fasziniert. Begeistert hat sie aber vor allem die Gastfreundschaft, die sie erleben durfte. „Von Menschen, die nichts haben. Davon können wir uns zehn Scheiben abschneiden“, betont Reiniger. Der starke Zusammenhalt innerhalb der einzelnen Familien ist ihr sofort aufgefallen.

Armut ist in Lupila Alltag. „Die Menschen wissen nicht jeden Tag, ob sie etwas zu essen bekommen“, sagt Zeuner. Sie seien alle Bauern, beackern die Felder. In den einfachen Häusern gibt es keinen Strom.

Das Tansania-Team der Paulskirche will den Kontakt zum 7500 Kilometer entfernten Partner lebendig erhalten. Nicht immer einfach. „Wir schauen über den Tellerrand, gucken in eine andere Welt“, sagt Reiniger, die hofft, noch mehr Unterstützer für die Tansania-Arbeit zu finden. Die Schenefelder verstehen sich nicht als Missionare. „Wir haben längst davon Abstand genommen, dass wir etwas wollen“, betonen Reiniger und Zeuner. Die Menschen vor Ort sollen entscheiden, wofür sie das gespendete Geld verwenden.

Schenefeld und Lupila: Die kulturellen Unterschiede sind für Zeuner keine Mauern, die trennen, sondern Ansporn und Antrieb für ihre Arbeit. „Wir erfahren viel Dankbarkeit, bekommen von den Menschen etwas zurück“, betont die 44-Jährige. Was Reiniger an ihren afrikanischen Freunden bewundert? „Sie leben im Heute, nicht im Übermorgen.“ Lupila: Das Tansania-Team trägt dieses Dorf am Ende der Welt im Herzen.

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