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Awo-Team Schenefeld : Sie machen Kinder bärenstark

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Awo-Team bietet Hilfe für Kinder aus suchtbelasteten Familien aus Schenefeld und Wedel. Das Angebot ist kostenlos.

shz.de von
erstellt am 20.Nov.2015 | 17:44 Uhr

Schenefeld | Wer zu Sabine Stamp und Hanne Werthen kommt, wird stark – am Ende sogar bärenstark. Die Diplom-Gesundheitswirtin und die Diplom-Theologin kümmern sich in der Awo-Suchtberatungs- und Präventionsstelle in Schenefeld um Jungen und Mädchen, deren Alltag vor allem durch eines bestimmt wird: die Alkohol- oder Drogenabhängigkeit ihrer Eltern. „Die Belastung und die Verunsicherung der Kinder und Jugendlichen ist groß. Sie ziehen sich oft zurück, können über das, was sie im Elternhaus erleben, nicht sprechen“, sagt Stamp.

In dem gemütlichen Raum im Papenmoorweg arbeiten die beiden Frauen mit den Kindern und Jugendlichen im Alter zwischen sechs und 18 Jahren. Hier können die Betroffenen über ihre Erlebnisse und Erfahrungen berichten. Hier finden sie in der Gruppe Halt und Unterstützung. Hier können sie sich ablenken, spielen, basteln, in der Gemeinschaft Spaß haben. Hier können sie neue Beziehungen knüpfen. Das Angebot ist kostenlos. „Wir erklären den Betroffenen, dass die Sucht ihrer Eltern eine Krankheit ist, dass sie keine Schuld tragen und daran auch nichts ändern können“, sagt Werthen.

„Bärenstark“ nennt sich die Gruppe. Genau darum geht es: Die Persönlichkeit stärken, das Selbstbewusstsein stärken, den Kindern zeigen, dass sie eben nicht alleine mit diesem Problem dastehen, dass es Hilfe gibt. Werthen und Stamp betreuen Kinder aus Schenefeld und Wedel. Sie arbeiten eng mit den Jugendämtern, den Schulen und den Kitas zusammen.

„Sucht ist immer eine Überforderungssituation für die ganze Familie“, betont Stamp. Keine Frage, wenn die Eltern zur Flasche greifen, leiden die Kinder. Oft an Vernachlässigung. Oft an Überforderung, weil sie viele Aufgaben der Eltern mit übernehmen müssen. Manchmal erleiden sie auch verbale und körperliche Gewalt.

Werthen und Stamp sind präventiv tätig. Sie wollen verhindern, dass die Kinder und Jugendlichen in eine Co-Abhängigkeit rutschen, die Drogenkarriere schon in jungen Jahren angelegt wird. Die Statistiken sprechen eine klare, ernüchternde Sprache. „Es gibt ein erhöhtes Risiko“, sagt Stamp. Denn die Kinder sehen jeden Tag, dass der übermäßige Konsum von Alkohol als Bewältigungsstrategie benutzt wird. „Wir wollen den Kindern neue Perspektiven aufzeigen.“

Sabine Stamp und Hanne Werthen betreuen Kinder und Jugendliche aus Schenefeld und Wedel – und zwar montags von 15 bis 16.30 Uhr im Papenmoorweg 2 in Schenefeld. Ein Kontakt ist unter Telefon 040-83099787 und per E-Mail an suchthilfe-schenefeld@awo-sh.de möglich.
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