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Krankheit mit Begleitsymptomen : Sie hilft Erkrankten in Schenefeld

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Marianne Strahl leitet die Fibromyalgie-Selbsthilfegruppe Schenefeld und hilft Neubetroffenen. Selbsthilfegruppe zeigt Wege aus der Isolation

Schenefeld | Die Krankheit nimmt bei den Treffen der Fibromyalgie-Selbsthilfegruppe Schenefeld nur wenig Platz ein. „Wir machen immer ein Blitzlicht, in dem jeder kurz sagt, wie es ihm in den letzten vier Wochen erging. Ansonsten versuchen wir nicht viel über die Krankheit zu reden, sondern uns gegenseitig zu stärken“, sagt Marianne Strahl. Vor drei Jahren trat sie als Betroffene selbst der Selbsthilfegruppe bei – seit zwei Jahren leitet sie diese.

„Die Krankheit ist schwer zu erfassen, da es mehr als 400 Begleitsymptome gibt“, sagt Strahl. Dazu gehören Müdigkeit, Schlafstörungen, Morgensteifigkeit, Konzentrations- und Antriebsschwäche, Wetterfühligkeit, Schwellungsgefühl an Händen, Füßen und Gesicht und viele weitere Beschwerden. „Das schwierigste ist, dass man nicht in die Zukunft schauen kann und nicht weiß, wie man am nächsten Tag oder in der nächsten Woche drauf ist“, sagt Strahl und ergänzt: „Man ist irgendwann schon ziemlich isoliert, weil man weder planen noch spontan auf Einladungen reagieren kann.“ Die Fibromyalgie ist durch medizinische Maßnahmen nur begrenzt beeinflussbar. Ziel der Anwendungen seien der Erhalt oder die Verbesserung der Funktionsfähigkeit im Alltag und damit der Lebensqualität sowie die Minderung oder Linderung der Beschwerden. Grundsätzlich bestehe die Gefahr des Medikamentenmissbrauchs, der Sucht sowie unabsehbarer Folgeschäden durch Dauermedikation mit diversen Schmerzmitteln.

40 Prozent der Ärzte akzeptieren die Krankheit bis heute nicht

Die Selbsthilfegruppe biete Menschen, die am Faser-Muskel-Schmerz leiden, einen Ort, an dem sie sich nicht erklären müssten. „Auch wenn jeder die Krankheit anders durchlebt, gibt es viele Parallelen, so dass die eigenen Probleme akzeptiert werden und man Kraft für die nächsten Wochen sammeln kann“, so Strahl. Denn nicht nur im familiären und beruflichen Umfeld, sondern auch bei Ärzten müssten sich Betroffene häufig rechtfertigen: 40 Prozent der Ärzte akzeptieren die Krankheit bis heute nicht. „Ich denke, diesen Wert kann man auch auf den privaten Bereich übertragen.“ Dabei sei es für die Betroffenen wichtig, den Stress zu reduzieren – auch den privaten. „Sonst verschlimmert es sich immer mehr“, weiß Strahl aus eigener Erfahrung.

Außer den monatlichen Gruppentreffen bietet Strahl an jedem dritten Mittwoch im Monat von 17 bis 19 Uhr eine Infostunde für Neubetroffene und Interessierte an. Eine Anmeldung ist notwendig. Ihr Wunsch: „Es wäre schön, wenn sich bald wieder eine zweite Gruppe bilden würde.“ Derzeit seien die Gruppenmitglieder bunt gemischt zwischen 25 und 70 Jahre alt. „Es wäre aber schön, wenn eine zweite Gruppe entstehen würde, denn die Anforderungen von Menschen, die im Berufsleben stehen und Rentnern sind einfach sehr unterschiedlich.“

Die Selbsthilfegruppe Fibromyalgie Schenefeld trifft sich jeden dritten Dienstag im Monat von 15.30 bis 18.30 Uhr. Die Teilnahme ist nur mit Anmeldung möglich. Die Treffen finden in der Sozialberatung Schenefeld, Osterbrooksweg 4, statt. Leiterin Marianne Strahl ist unter Telefon 040-84900228 und per E-Mail an fibro69me@gmail.com zu erreichen. Weitere Infos gibt es online. www.ff-schenefeld.freiwilligenforum.de
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erstellt am 07.Aug.2015 | 12:30 Uhr

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