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Aktion gegen Missbrauch : Sie helfen, Kinder zu schützen

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Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Missbrauch von Schutzbefohlenen verhindern: Die Stadt und Blau-Weiß 96 beteiligen sich an landesweiter Aktion.

shz.de von
erstellt am 04.Feb.2014 | 12:00 Uhr

Schenefeld | Die rote Hand mit dem blauen Auge: Die Schilder hängen am Sportzentrum Achter de Weiden an Eingangstüren, an Umkleidekabinen, im Foyer: Die Botschaft ist klar. Stop. Sieh’ dich vor. Wir haben ein Auge auf unsere Kinder. Wir schützen sie! Die Stadt und die Spielvereinigung Blau-Weiß 96 beteiligen sich an der landesweiten Aktion „Aktiv im Kinderschutz“, die von der Sportjugend Schleswig-Holstein aus der Taufe gehoben wurde. Das Ziel: Potenzielle Täter sollen abgeschreckt, Trainer, Betreuer, Lehrer und Jugendliche für das immer noch tabuisierte Thema sensibilisiert werden.

Es geht um sexuelle Belästigung. Es geht um sexuellen Missbrauch von Jungen und Mädchen, von Schutzbefohlenen. „Wir wollen nicht erst handeln, wenn etwas passiert ist“, sagt Blau-Weiß-Geschäftsführer Frank Böhrens.

Der Verein ist aktiv: Die 300 Trainer, Betreuer und Übungsleiter des 3100 Mitglieder zählenden Vereins – darunter 1600 Kinder und Jugendliche – haben einen Ehrenkodex unterschrieben, in dem sie sich verpflichten, keine Form von Gewalt gegen die ihn anvertrauten Kinder auszuüben. Der Schutz von Kindern und Jugendlichen hat höchste Priorität. Der Datenschutz – hier geht es um Fotos und Videos, die heutzutage im Internet schnell verbreitet werden können – wurde in die Satzung des Vereins aufgenommen. Böhrens möchte in Zukunft Schulungen für Trainer und Jugendliche anbieten. „Wir tasten uns immer noch an das Thema ran“, betont der Geschäftsführer.

Dabei war Blau-Weiß 96 bei den Sportvereinen landesweit Vorreiter, als es darum ging, beim Thema sexueller Missbrauch von Kindern die Augen weit aufzumachen und nicht wegzugucken. Schon früh wurde ein eigener Ehrenkodex entwickelt. Im März 2011 wurde mit Schenefelds Gleichstellungsbeauftragter Ute Stöwing eine Expertin hinzugezogen. Als neutrale Vertrauensperson ist sie im Missbrauchsfall oder bei Problemen erste Ansprechpartnerin innerhalb des Vereins. Eine Strategie, die sich schon bewährt hat. Stöwing hofft, dass die neue Aktion dazu beiträgt, dass Betroffenen „der Schritt leichter fällt, sich an jemanden zu wenden“. Auch für viele Eltern seien die sexuelle Belästigung und der Missbrauch noch ein Tabu-Thema. „Es herrscht eine große Unsicherheit“, betont Stöwing. Auslöser für das Blau-Weiße Engagement war laut Böhrens kein Missbrauchsfall innerhalb des Vereins, sondern die aufgedeckten Missbrauchsfälle, die die katholische Kirche in den vergangenen Jahren erschüttert hatten.

Die Stadt, ihr gehören die Sportstätten, unterstützt die Hilfsaktion nach Kräften. „Uns ist das Thema wichtig. Wir wollen sensibilisieren. Denn es geht nicht nur um den Sportverein“, sagt Arlette Janson-Hagebölling vom Schulamt der Stadt.

www.sportjugend-sh.de

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