Ehrenpreis : Sie dürfen sogar die Schenefelder Bürgermeisterin über den Sportplatz jagen

Bei jedem Wetter sind sie im Einsatz für den Sport: Die Prüfer des Sportabzeichens von Blau-Weiß 96 Schenefeld.
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Bei jedem Wetter sind sie im Einsatz für den Sport: Die Prüfer des Sportabzeichens von Blau-Weiß 96 Schenefeld.

Die Prüfer des Sportabzeichens werden von der Stadt ausgezeichnet. Sie erhalten 2000 Euro.

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10. Januar 2018, 12:30 Uhr

Schenefeld | Wer abends zwischen den Monaten Mai und Oktober auf dem Außen-Areal von Blau-Weiß 96 im Sportpark in Schenefeld unterwegs ist, dürfte ihnen über den Weg laufen: den Prüfern des Sportabzeichens. 13 Ehrenamtler gehören zu der Gruppe unter der Leitung von Uwe Hahn (70). Am Sonntag, 14. Januar, werden die Prüfer geehrt: Der Ehrenpreis der Stadt Schenefeld, dotiert mit 2000 Euro, geht an die Gruppe.

Was gleich auffällt: Die Truppe ist gut durchmischt. Erwachsene, Senioren und Jugendliche sind mit dabei. Ganze Familien sind für die Sportler aktiv. „Man wächst da so rein“, erläutert Hahn. 181 Erwachsene und Kinder haben 2017 die Prüfung abgelegt. Wahrscheinlich sei dies die größte Anzahl im Kreis Pinneberg, schätzt der Leiter. Zwei Stunden pro Woche sind die Prüfer in den warmen Monaten im Einsatz – bei jedem Wetter. Dazu kommen der Auf- und Abbau. „Mit den zwei Stunden ist es nicht getan“, sagt Hahn.

Einige der Älteren machen seit mehr als 20 Jahren mit – so wie Günther Pries. Sein Ehrenamt sei „ganz wunderbar“. „Ich wäre so gern Opa geworden, bin es aber nicht“, sagt der 86-Jährige. „Und das ist eine Aufgabe mit Kindern. Deshalb hat mich das so begeistert.“ Seit 1982 engagiert sich der Schenefelder ehrenamtlich bei Blau-Weiß, davon mehrere Jahrzehnte als Prüfer für das Sportabzeichen. Mit der Ehrung ist jedoch Schluss. Die Gesundheit macht nicht mehr mit. Die Preisverleihung sei „ein schöner Abschluss“, findet Pries.

Für Nachwuchs ist schon gesorgt. Tobias Krause (22) ist kürzlich von Flensburg nach Schenefeld gezogen. Als Trainer sei für ihn gleich klar gewesen, sich zu engagieren. Das Ehrenamt habe ihm den Start erleichtert. Dadurch habe er gleich neue Kontakte knüpfen können. „Sport verbindet – ohne Zweifel“, sagt der junge Mann. Auch Christa Kluxen (66) liebt ihr Ehrenamt. Sie ist besonders von den Leistungen der Jüngsten erstaunt. „Die können schon total müde sei, aber die Motivation ist noch da und sie machen weiter.“

Detlef Lau (78) gehört auch zu den langjährigen Engagierten. „Ich war Sportlehrer. Als ich in Pension gegangen bin, habe ich gleich als Prüfer angefangen“, berichtet er. In vielen Familien sei es Tradition, das Sportabzeichen abzunehmen – vom Opa bis zum Enkel, berichtet Hahn. Nicht nur Hahn freut sich über die Auszeichnung der Stadt. „Das ist schon eine tolle Sache. Aber man macht das ja nicht, um irgendwann einen Ehrenpreis zu erhalten, sondern weil es Freude bringt.“

Wer Lust hat, mitzumachen, kann im Sportpark, Achter de Weiden, vorbeikommen. Um Prüfer zu werden, ist jedoch ein Wochenendseminar notwendig. Wer Prüfer wird, kann sogar in den Genuss kommen, die Bürgermeisterin Christiane Küchenhof (SPD) zu bewerten – so wie Günther Pries. „Ich freue mich, wenn ich die Bürgermeisterin über den Platz jagen darf“, sagt Pries und lacht. Zur Ehrung wollen am Sonntag alle Aktiven kommen. Den Ehrenpreis gibt es schließlich nicht alle Tage.

Der Ehrenpreis der Stadt Schenefeld geht diesmal an die Prüfer des Sportabzeichens. Geehrt werden: Jürgen Bötticher, Marion Hahn, Sebastian und Uwe Hahn, Dennis Kahl, Christa Kluxen, Tobias Krause, Detlef Lau, Günther Pries, Heinz Reiche, Gerd Reinfelder, Friedrich Runz, Andreas, Christiane, Fabian, Jens und Rebecca Schönbeck, Brigitte und Horst Speerschneider. Die Verleihung erfolgt während des Neujahrsempfangs der Stadt am Sonntag, 14. Januar, ab 11.30 Uhr im Rathaus, Holstenplatz 3-5 in Schenefeld.
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