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Schienenanbindung nach Hamburg : Setzt Kiel Schenefeld aufs Gleis?

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Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Verkehrsinitiative richtet eine Petition an den Landtag. Ein gemeinsames Konzept wird gefordert.

Schenefeld | Der Kampf um Schenefelds Anschluss an das Hamburger Schienennetz geht weiter. Die Verkehrsinitiative „Starten: Bahn West“, zu der auch der Arbeitskreis Verkehrsplanung Schenefeld gehört, hat sich mit einer Petition an den Schleswig-Holsteinischen Landtag gewandt. Ziel: Kiel soll sich für einen Schnellbahnanschluss Schenefelds einsetzen.

Laut Petition sollen die Volksvertreter die Landesregierung dazu auffordern, „gemeinsam mit Hamburg ein Schnellbahnkonzept unter Einbeziehung der Stadt Schenefeld zu erstellen und den Hamburger Senat zu bitten, Vorabfestlegungen zum Nachteil Schenefelds zu vermeiden.“

Schenefeld träumt von einer direkten Schienenanbindung an die Millionenstadt. Nach den bisherigen Plänen soll die geplante Liene U5 in Hamburgs Westen zwischen Lurup und Osdorf verlaufen, nur gut 500 Meter von der Schenefelder Stadtgrenze entfernt. Nicht nur Schenefelds Bürgermeisterin Christiane Küchenhof, sondern auch Landrat Oliver Stolz und der Pinneberger Kreistag unterstützen die Forderung nach einer Anbindung Schenefelds und sie machen sich dafür stark, eine „Schenefeld-Variante“ zumindest mit zu untersuchen. Der Kreis wäre sogar bereit, einen Teil der Kosten für eine Expertise zu übernehmen.

Doch bisher spielt Schenefeld in den Hamburger Schienenüberlegungen kaum ein Rolle. Hauptargument: Die Anbindung sei unwirtschaftlich. Doch für Hamburgs Westen wird aktuell auch über eine S-Bahn-Ausfädelung aus vorhandenen Strecken diskutiert, die bei Stellingen, Bahrenfeld oder Diebsteich möglich wäre. Diese Variante könnte kostengünstiger sein als die U-Bahn-Verlängerung und Schenefelds Chancen erhöhen, dass die Strecke bis nach Schenefeld führt.

Jetzt soll Kiel dafür sorgen, dass die Stadt Schenefeld nicht von den Hamburger Schnellbahnplanungen abgekoppelt wird. „Es braucht auch ein Signal der finanziellen Beteiligung des Landes“, sagt Herbert van Gerpen, Sprecher des Arbeitskreises Verkehrsplanung.

Die Verkehrsinitiative weist in ihrer Petition darauf hin, dass Schenefeld mit fast 20.000 Einwohnern eine wachsende Stadt sei. Es gebe nur eine Busanbindung und die Fahrzeit in die Hamburger Innenstadt liege bei 45 bis 60 Minuten. Über die LSE würden zudem große Verkehrsmengen durch die Stadt nach Hamburg geführt, die großenteils auf den ÖPNV umgelenkt werden könnten. Kann und wird Kiel helfen? „Eine vernünftige Verkehrsplanung darf heuzutage nicht an Ländergrenzen Halt machen“, fordert van Gerpen. Die Verkehrsinitiative „Starten: Bahn West“ lässt nicht locker. Jetzt haben die Politiker das Wort.

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erstellt am 19.Feb.2016 | 13:30 Uhr

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