Schenefelder Senioren besuchen Anlage : Senioren besuchen Wohnpark Fama: „Bäder wie im Fünf-Sterne-Hotel“

Viele Schenefelder haben in dieser Woche den Wohnpark Fama in Hamburg Lurup besichtigt.
Viele Schenefelder haben in dieser Woche den Wohnpark Fama in Hamburg Lurup besichtigt.

Investor informiert Senioren aus Schenefeld über den Wohnpark Fama.

shz.de von
29. Juni 2018, 13:30 Uhr

Schenefeld | Das Interesse war riesig: Mehr als 60 Interessierte haben auf Einladung des Seniorenbeirates der Stadt Schenefeld den Wohnpark Fama in Hamburg-Lurup besichtigt. Arnold von Mallesch plant, einen ähnlichen Seniorenwohnpark in einer kleineren Variante am Kiebitzweg in Schenefeld zu bauen. Betreiber soll die Unternehmensgruppe Convivo werden, die bereits den Wohnpark Fama in Hamburg betreibt.

Kürzlich hatte von Mallesch der Politik sein Anliegen im Ausschuss für Stadtentwicklung präsentiert. Doch bereits da hatte sich abgezeichnet, dass einige der Anwohner sich mit dem Vorhaben bisher nicht anfreunden können: zu laut, zu hoch, zu massiv.

6000 Senioren in Schenefeld

Dass Service-Wohnen für ältere Menschen ein großer Markt ist, zeigt sich bereits beim Blick in die Statistik: Von den knapp 20.000 Einwohnern in Schenefeld sind etwa 6000 Senioren. Beim Tag der offenen Tür in Lurup seien 200 Schenefelder da gewesen, so von Mallesch. Die Wohnungen im bereits vorhandenen Fama sind zwischen 45 und 55 Quadratmeter groß, in denen ein bis zwei Personen leben können. Sie sind barrierefrei und mit einer Küchenzeile ausgestattet. „Meine Idee war, etwas zu bauen, das nicht wie ein Heim aussieht, wo jeder seine Wohnung hat“, sagte von Mallesch. Er erwies sich als guter Verkäufer, wenn es um die Vorzüge bei Fama geht: „Badezimmer wie im Fünf-Sterne-Hotel“ und „bezahlbare Preise“. Sollte sich die Politik sogar dazu durchringen, fünf Geschosse zuzulassen, kann er sich Sozialwohnungen ganz oben vorstellen. Unter die derzeit geforderte dreigeschossige Lösung für Schenefeld will er aber nicht gehen. „Dann ist das Ding gestorben. Wir feilschen nicht.“

Begeisterte Besucher

In Lurup zahlen die Senioren derzeit etwa 13,50 pro Quadratmeter und Monat. Dazu kommen zwei Euro Betriebskosten sowie die Pflegeleistungen, die anfallen.

Die Senioren zeigten sich begeistert von dem Projekt und stimmten von Mallesch, der im Veranstaltungsraum von seinen Plänen berichtete, immer wieder zu. Auch Eckhard Vogelgesang, Vorsitzender des Seniorenbeirats, ließ immer wieder durchblicken, dass er sich eine Zustimmung seitens der Politik wünscht.

In Richtung Anwohner ließ von Mallesch durchblicken, dass er die Beteiligung zwar richtig findet, die Kritik aber nicht nachvollziehen kann. Ihnen warf er indirekt das St. Florians-Prinzip vor. Wohnraum für Senioren wird zwar gebraucht – aber nicht vor der eigenen Haustür.

zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen