zur Navigation springen

Schenefeld : Sempells Abwahl als Stadtrat gescheitert

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Der BfB-Antrag findet keine Mehrheit: Trotz Kritik am CDU-Ratsherrn bleibt Rainer Sempell Mitglied im Rat.

Schenefeld | Als es um seine Zukunft als Zweiter Stadtrat ging, saß Dr. Rainer Sempell ganz entspannt auf seinem Platz, vertieft in ein Computerspiel auf seinem Smartphone. Der CDU-Ratsherr verteidigte sich nicht. Er rechtfertigte sich nicht. Er sagte im Ratssaal kein Wort zu dem von der BfB initiierten Abwahlantrag. Der scheiterte. SPD und Grüne enthielten sich der Stimme. CDU und OfS sagten Nein. Sempell behält seinen Job als zweiter Stellvertreter der Bürgermeisterin. Seine E-Mail vom Oktober 2013 an Sabine Birkhoff, Geschäftsführerin des Förderzentrums Friedrichshulde, bleibt damit ohne Folgen.

Sie hatte den Eklat ausgelöst. Im Zusammenhang mit dem Bau der Waldorf-Kita an der Lindenallee hatte Sempell Birkhoff als verblendet und verbohrt bezeichnet. Er verkneife es sich, von Lügen zu sprechen. Sie sollte sich schämen.

BfB-Chef Manfred Pfitzner forderte angesichts der „massiven Beleidigungen“, die Sempell als Ratsherr der Stadt ausgesprochen habe, personelle Konsequenzen. Mit dieser Meinung blieb er allein. Grünen-Ratsherr Hans-Gerhard Schwarz verurteilte zwar ebenfalls Sempells Wortwahl, eine Abberufung des Zweiten Stadtrats kam für die Grünen aber nicht in Frage. „Die geführte Diskussion entspricht aber der Form einer Abmahnung.“

Auch SPD-Fraktionschef Nils Wieruch sprach von einem in Inhalt und Stil völlig unangemessenen Vorgehen. Das war’s.

Die von den Günen und der BfB erwartete Distanzierung der CDU-Fraktion blieb aus. Sie stand geschlossenen hinter ihrem Kollegen. „Wir werden uns nicht entschuldigen“, betonte Fraktionschef Hans-Jürgen Rüpcke. Und Sempell? Der oft so wortgewaltige CDU-Abgeordnete erklärte sein unerwartetes Schweigen in der Pause auf dem Rathausflur. „Ich äußere mich grundsätzlich nur zu vernünftigen Anträgen. Dieser Antrag ist Schwachsinn. Früher gab es viel schlimmere Entgleisungen. Dann hätten 80 Prozent der Stadträte abberufen werden müssen.“

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 10.Mai.2014 | 06:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen