Schenefeld : Seit Jahren im Einsatz für die DLRG

<p>Tobias und Michéle Wittenberg hoffen schon bald auf neue identitätsstiftende Räumlichkeiten für die DLRG-Gliederung. Foto: Heiderhoff</p>

Tobias und Michéle Wittenberg hoffen schon bald auf neue identitätsstiftende Räumlichkeiten für die DLRG-Gliederung. Foto: Heiderhoff

Das Ehepaar Wittenberg engagiert sich im Vorstand der Gesellschaft.

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15. Mai 2018, 13:31 Uhr

Verantwortung  an der Spitze der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) übernehmen – das ist eine Herausforderung, der sich Tobias Wittenberg schon seit den 90er Jahren stellt. Doch auch Tobias Wittenbergs Ehefrau Michéle (beide 38) setzt sich von 2003 an als Schatzmeisterin für die DLRG Halstenbek-Rellingen-Schenefeld (DLRG H-R-S) ein. Die Wittenbergs übernehmen nicht nur Ämter im Vorstand, sondern schulen auch den Nachwuchs im Schwimmen. Wie die weiteren als Lehrer agierenden DLRG-Mitglieder sind sie für die Sicherheit ihrer Schüler verantwortlich und haben eine Auge darauf, dass niemand ertrinkt.

Der Vorsitzende Tobias Wittenberg ist schon von 1991 an Mitglied der DLRG Gliederung. Als er damals als „einfacher“ Schwimmer in den Verein eintrat, hätte er sich „nie vorstellen können“, einmal an der Spitze der Gliederung zu stehen.

Der Schenefelder agierte bereits von 2003 bis 2006 als stellvertretender Jugendvorsitzender und im Anschluss drei Jahre lang als Chef der Abteilung. Der damalige Vorsitzende Klaus Schultz setzte ihn als Leiter der Donnerstagsschwimmgruppe ein. Diese Funktion übt er bis heute aus.

Rückblende: Die Mitglieder wussten es zu schätzen, als sich Tobias Wittenberg nach dem Rücktritt des damaligen Vorsitzenden Heinz Otto im Jahre 2014 bereit erklärte, die Geschicke der Gliederung zu leiten.

Wittenbergs Ehefrau Michéle engagiert sich  als Schatzmeisterin für die DLRG H-R-S. Sie hatte ihren Mann Tobias ein Jahr zuvor kennengelernt. „Ich bin damals schon mit zu den Sitzungen und Feiern der DLRG gegangen“, erinnert sich die Steuerfachwirtin. Michéle qualifizierte ihr Beruf für das Amt der Schatzmeisterin. „Wenn sie so einen Beruf haben, ist es um einen geschehen“, sagt die Mecklenburg-Vorpommerin mit einem Augenzwinkern. Genau wie ihr Mann ist sie als Schwimm-Ausbilderin im Einsatz. Das Paar unterstützt sich bei seiner ehrenamtlichen Tätigkeit gegenseitig. Michéle liest beispielsweise das Jahrbuch vor dem Erscheinen noch einmal auf Stimmigkeit durch.

Das Ehepaar bezeichnet es als Herausforderung, qualifizierten Nachwuchs zu gewinnen. Sie haben zwei Kinder, vier Jahre und sieben Jahre alt. Beide gehören ebenfalls zum Nachwuchs. Die Ansprüche an die Ausbilder sind hoch. Die Lehrer dürfen, anders als bei anderen Sportarten, ihre Schüler, häufig Nicht-Schwimmer, nie aus dem Auge verlieren. Ein Gespräch am Beckenrand zwischen den Ausbildern gibt es nicht. „Einer muss fortwährend aufs Wasser schauen“, betont Tobias Wittenberg.

Bei der Ausbildung bemüht sich das Paar um abwechslungsreiche Übungen – beispielsweise darum, dem Nachwuchs die unterschiedlichen Schwimm-Stile beizubringen. Wenn sich die Jugendlichen in einem Alter zwischen 15 und 18 Jahren befänden, sei es nicht leicht, sie in der Gliederung zu halten. „Viele gehen ins Ausland. Es ist schwierig, sie wieder zu motivieren“, ergänzt Michéle Wittenberg.

Das Paar reizt an ihrer Tätigkeit, dass sie fortwährend interessante Menschen – beispielsweise bei Fortbildungen kennenlernen. Die Wittenbergs haben Freundschaften in unterschiedlichsten Städten Deutschlands geknüpft.

Die Zeiten, dass sich Mitglieder um ehrenamtliche Tätigkeiten „kabbeln“, sind vorbei. „Fast niemand möchte die Verantwortung für so viele Leute, aber auch  für so viel Arbeit übernehmen“, weiß der Kfz-Mechaniker-Meister.

Es gilt inzwischen nicht mehr nur Vorstandsposten-, sondern zudem Funktionen wie Datenschutz- und Sicherheitsbeauftragte zu besetzen. Der 38-Jährige ist froh, den Posten des Stellvertreters mit seinem Kumpel Florian Ulatowski besetzt zu haben. Warum sich das Paar engagiert? Es realisiert die Dankbarkeit der Kinder und Erwachsenen, wenn die Teilnehmer Abzeichen erwerben. „Wenn mich ein Schüler auf der Straße erkennt und mit ‚Hallo Schwimmlehrerin’ begrüßt, ist das ein schönes Gefühl“, berichtet Michéle Wittenberg.

Sind die beiden in Vollzeit berufstätigen Eheleute einmal zu Hause, ist der Speicher des Anrufbeantworters voll. Zu hören sind ängstliche, aber auch ungeduldige Anfragen von zahlreichen Eltern, die wissen möchten, wann der Nachwuchs endlich starten darf. 250 Kinder befinden sich aktuell auf der Warteliste.

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