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Theater auf Helgoland : Seit 30 Jahren reif für die Insel

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

1984 gastiert das Theater Schenefeld erstmals auf Helgoland. Das war der Beginn einer wunderbaren Beziehung.

shz.de von
erstellt am 23.Mai.2014 | 06:00 Uhr

Schenefeld | Regisseur Michael Matthiesen verschiebt 1986 seine Hochzeit. Keine Zeit zum Heiraten. Er muss Theater spielen – auf Helgoland. Jahre später rast Stefan-Thomas Siebert an einem Freitagmittag direkt von seinem Arbeitsplatz nach Büsum. Rein in den kleinen Flieger, rüber nach Helgoland. Er muss Theater spielen. Das Theater Schenefeld und Deutschlands einzige Hochseeinsel: Das ist schon eine ganz besondere Beziehung – eine herzliche, eine freundschaftliche, eine innige. Wenn Schenefelds Theatertruppe am 15. und 16. August ihr aktuelles Erfolgsstück „Cash – und ewig rauschen die Gelder“ auf die Bühne der Nordseehalle bringt, dann ist die 30 voll. Seit 1984 gastiert das Schenefelder Theater einmal pro Jahr auf der Insel. „Wir haben damals das Ohnsorg-Theater abgelöst“, erinnert sich die langjährige Theaterchefin Karin Niß.

Damals: Max Arnold, gebürtiger Helgoländer und seit 1982 leidenschaftlicher Theatermann in Schenefeld, führte 1984 die entscheidenden Gespräche auf der Insel. „Abends saßen wir beim Glas Wein und sprachen übers Theater. Am nächsten Tag war ich schon beim Kurdirektor.“ Der Beginn der Theater-Ehe, die 1984 mit dem Stück „Plötzlich und unerwartet“ startete und die bis heute kein Ende gefunden hat.

30 Jahre: Die Schenefelder haben in den Archiven gewühlt, den „Helgoländer“ durchstöbert und eine 32-seitige Festschrift verfasst, die im August auf Helgoland verteilt wird. „Wir wollen Danke sagen“, betont Matthiesen. Er leitet die Schenefelder Theatertruppe heute. Die Auftritte auf Helgoland – sie sind Höhepunkte in der Saison. Sie sind längst ein Event, das die ganze Theaterfamilie genießt und zusammenschweißt. „Es sind besondere Aufführungen“, sagt Torsten Krohmer. „Die Kür nach der Pflicht“, ergänzt Matthiesen. Und immer auch ein Besuch bei Freunden.

Von Schenefeld nach Helgoland: ein Abenteuer, Jahr für Jahr. Der vollgepackte Container wird am Dienstag von Cuxhaven aus verschifft. Das siebenköpfige Technikteam startet am Mittwoch. Die Schaupielertruppe folgt am Donnerstag. Am Freitagabend dann immer die erste Vorstellung. Eine logistische Meisterleistung – und finanziell leistbar, weil das Theater von Sponsoren unterstützt wird.

Boulevardkomödien: Das mögen die Insulaner. Das mögen die Feriengäste. „Die Helgoländer sind lachfreudiger“, sagt Matthiesen. Aber sie schätzen auch Qualität. Eine Kombination, die wie geschaffen scheint für die Theatermacher aus dem fernen Schenefeld.

Von widrigen Bedingungen ließen sich die Schauspieler nicht schrecken. Sie spielten in der alten Nordseehalle, obwohl das Wasser von der Decke tropfte. Sie meisterten die viel zu enge Bühne in der Schule und die Auftritte im Kurhaus. Zum 25. „Bühnenjubiläum“ durften sich die Schenefelder ins Goldene Buch eintragen. Dreimal wurde dem Theater die Ehre zuteil, das Titelblatt vom Veranstaltungsprogramm „Helgoland“ zu zieren. „Wir werden auf der Insel als Highlight angekündigt“, sagt Matthiesen.

Helgoland gehört zum Kreis Pinneberg. Das Theater Schenefeld gehört zu Helgoland. Seit 30 Jahren.

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