Schenefeld : Schulen verbrauchen am meisten

Das Schulzentrum Achter de Weiden  zählt zu den größten Energieverbrauchern. Das Einsparpotenzial an  den Schulen lieg im Wärmebereich  bei zirka 20  Prozent.
Das Schulzentrum Achter de Weiden zählt zu den größten Energieverbrauchern. Das Einsparpotenzial an den Schulen lieg im Wärmebereich bei zirka 20 Prozent.

Ist Schenefeld eine Musterkommune? Die Deutsche Energieagentur legt der Stadt erste konkrete Verbrauchszahlen vor.

shz.de von
22. November 2013, 12:00 Uhr

Die Katze ist aus dem Sack: Schenefelds Politiker wissen jetzt ganz genau, was sie von der Deutschen Energieagentur (Dena) bekommen – und was nicht. Der Knackpunkt: Konkrete Maßnahmen für konkrete Gebäude in Schenefeld wird die Dena der Stadt im Rahmen des Projektes „Energieeffiziente Musterkommune“ nicht vorschlagen. „Wir liefern die Analyse. Die Umsetzung liegt in der Kreativität der Stadt“, erklärte Dena-Mitarbeiter Michael Müller den Politikern im Energieausschuss.

Gebäude, Verkehr, Beleuchtung, Stromnutzung, Energieversorgungssysteme: Tausende von Daten wurden erhoben. Die Analyse ist fast abgeschlossen. Laut Müller kann Schenefelds energetischer Ist-Zustand Anfang 2014 vorgelegt werden.

Müller lieferte schon jetzt erstmals eine Fülle von Zahlen, die deutlich machen, wo die Stadt ran kann oder muss, welche Einsparpotenziale vorhanden sind.

Es geht vor allem um die 41 städtischen Gebäude, davon 13 Wohngebäude. Für 29 Objekte konnte Müller konkrete Zahlen präsentieren. Die Gesamt-Energiekosten für Strom und Wärme liegen demnach bei 740 000 Euro. Die größten Energieverbraucher sind die Schulen. Müller konnte auch Vergleichszahlen präsentieren. An Schenefelds Schulen werden im Wärmebereich 122 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr verbraucht. Die bundesweite Durchschnittszahl bei vergleichbaren Schulen liegt bei 93 Kilowattstunden. „Hier könnte der Energieverbrauch um 20 Prozent verringert werden“, sagte Müller.

Beim Stromverbrauch an den Schulen seien sogar Einsparungen von 60 bis 80 Prozent möglich. Rathaus, JUKS: Die von Müller vorgelegten Zahlen hinterließen durchaus Eindruck bei den Entscheidungsträgern. Aber auch viele Fragezeichen. „Wo sollen wir anfangen? Welche Maßnahmen sind sinnvoll?“, wollte CDU-Fraktionschef Hans-Jürgen Rüpcke wissen. Und Grünen-Ratsherr Herbert van Gerpen merkte kritisch an, dass es nicht ausreiche nur die Verbräuche zu ermitteln. „Um richtig handeln zu können, müssen auch die Ursachen für den Energieverbrauch ermittelt werden.“ Müller stimmte zu. Genau das soll in der extra eingesetzten Arbeitsgruppe passieren.

Keine Frage: Dena liefert anhand der detaillierten Analyse Orientierung. Ob Gebäude gedämmt oder Anlagen ausgetauscht werden, entscheidet die Stadt – also auch, wie viel Geld in die Umsetzung gesteckt wird.

Müller empfiehlt, einen Sanierungsfahrplan aufzustellen. 2015 sollte dann mit der Umsetzung begonnen werden.

Bei der Straßenbeleuchtung investiert Schenefeld bereits kräftig, stellt fast komplett auf LED-Lampen um. Auch in diesem Punkt konnte Müller anhand seiner Daten Einsparpotenziale aufzeigen. Schenefeld kostet jede Straßenlaterne pro Jahr 115 Euro. Der Bundesdurchschnitt liegt bei 85 Euro.

Energieeffizienz: Das heißt nicht nur Energie und Kosten einsparen, sondern auch die Umwelt schonen. Müller machte die Dimension des auf drei Jahre angelegten Projektes klar. „Im direkten Einflussbereich der Kommune liegen drei bis fünf Prozent der in Schenefeld erzeugten Kohlendioxidemissionen.“ Der Rest verteile sich auf Handel, Gewerbe, Industrie und die Schenefelder Bürger.

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