Schenefeld : Schuften für die Düpenau

Zahlreiche Anwohner und Nabu-Mitglieder bereiteten die Aktion vor und verteilten den Kies auf die  Eimer.
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Zahlreiche Anwohner und Nabu-Mitglieder bereiteten die Aktion vor und verteilten den Kies auf die Eimer.

Zweiter Bachaktionstag: Viele Anwohner und Nabu-Mitglieder engagieren sich für das Gewässer. Ziel: Lebensraum aufwerten.

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08. Juli 2014, 16:00 Uhr

Schenefeld | Kiesberge türmen sich vor der Düpenau. Helfer füllen Kies in Eimer, um die Steine zur Düpenau zu bringen. Bereits zum zweiten Mal haben sich Nabu-Mitglieder und Anwohner versammelt, um bei schwülen Temperaturen um die 26 Grad den Bach schrittweise in einen attraktiven Lebensraum für Tiere zu verwandeln.

Insgesamt 35 engagierte Helfer trafen sich unter Leitung von Stefan Friedrich, Leiter der Nabu-Gruppe Schenefeld-Halstenbek, und dem Geoökologen Tobias Ernst. Insgesamt gelang es den Beteiligten, ein Stück von 400 Metern zwischen Robinson-Spielplatz und Altonaer Chaussee zu bearbeiten. Die Stadt stellte zu diesem Zweck 14 Tonnen Kies zur Verfügung. Auch Verwaltungsmitarbeiter wie Stadtplaner Ulf Dallmann und Umweltberaterin Martina schiller packten mit an und sorgten dafür, den natürlichen Strom des Bachs wiederherzustellen. „Dies ist auch dringend erforderlich, um für Pflanzen und Tieren auch dort einen natürlichen Lebensraum zu realisieren, wo das Wasser so schnell fließt“, betonte Friedrich. Rund um die Düpenau befinden sich beispielsweise Eintagsfliegen-, Steinfliegen- sowie Köcherfliegenlarven, die es zu schützen gilt. Während ihrer Arbeit sahen die Helfer sogar einen Flussbarsch entlangschwimmen und fanden eine sich in einer großen Teichmuschel befindende Libellenlarve. „Die zahlreichen Muscheln sind aus dem Hellmuth-Schack-See angespült worden“, vermutete der Projektleiter der Nabu-Gewässernachbarschaftstage Tobias Ernst.

Anwohnerin Maren Rückleben freute sich über die „tolle Gemeinschaftsaktion“. Dallmann und Schiller zeigten sich vom Sinn der Aktion überzeugt. „Das ist für mich ein sehr konstruktives Projekt“, lobte Dallmann. Anwohner und Nabu-Mitglieder hoffen, in naher Zukunft EU-Gelder für ihr Vorhaben zu erhalten. „Unser großes Ziel ist, dass mit Hilfe von Baggern Mäander eingebaut werden können“, verrät Friedrich. Bei den Flussschlingen handele es sich um ein weiteres Optimierungsvorhaben, um noch mehr Lebewesen rund um die Düpenau anzusiedeln.

Mit einem Nabu-Bus wurden Eimer, Wathosen, Gummistiefel und Handschuhe zum Einsatzort nahe des Parkgrunds transportiert. Auch für ein Mittagessen hatte der Naturschutzbund gesorgt. Stefan Friedrich zeigte sich zufrieden, dass bei den Renaturierungsarbeiten schwerpunktmäßig Anwohner im Einsatz waren. „Noch im vergangenen Jahr war es genau umgekehrt und es beteiligten sich mehr Nabu-Mitglieder als Anwohner“, bilanzierte Friedrich.

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